Börsengang von Arcor verzögert sich
Bahnvorstand muss bis März Finanzplanung vorlegen

Der Vorstand der Deutschen Bahn AG muss bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. März das Jahresbudget 2001 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2005 abschließend vorlegen.

mwb/slo BERLIN/DÜSSELDORF. Der Vorstand der Deutschen Bahn AG muss bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 14. März das Jahresbudget 2001 und die mittelfristige Finanzplanung bis 2005 abschließend vorlegen. Das erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Vogel nach der Sitzung des Gremiums am Mittwoch. Die Bestandsaufnahme des Vorstandes soll noch weiter abgesichert werden, um die Finanzierungsvereinbarungen mit dem Bund dann abschließen zu können. Die Mittel für das erste Quartal 2001 gab der Aufsichtsrat frei.

Um den Finanzbedarf des defizitären Konzerns, der bis 2005 mindestens 20 Mrd. DM betragen soll, war in den vergangenen Wochen eine heftige Diskussion ausgebrochen, in deren Zuge auch der langjährige Finanzchef der Bahn, Diethelm Sack, in Bedrängnis kam. Sack bat gestern den Aufsichtsrat, die Verlängerung seines Vertrages von der Tagesordnung zu nehmen, bis er den Finanzplan im März vorgelegt habe. Das Gremium entsprach dem Wunsch und steht laut Vogel einstimmig hinter Sack.

Die Bahn werde den geplanten Personalabbau deutlich korrigieren, sagte der Vorsitzende der Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet und Aufsichtsratsmitglied Norbert Hansen dem Handelsblatt nach der Sitzung. Insbesondere ein von der Unternehmensberatung McKinsey empfohlener Abbau von 120 000 Arbeitsplätzen bis 2015 stelle kein Unternehmensziel dar. Der in einer Kampfabstimmung geforderte Stopp des Personalabbaus bis zum März wurde durch die zweite Stimme des Aufsichtsratschefs abgewiesen. Erwartungsgemäß wurde der Lufthansa-Manager Karl-Friedrich Rausch (49) zum neuen Technik-Vorstand der Bahn berufen.

Der für nächstes Jahr vorgesehene Börsengang des Telekommunikationsunternehmens Arcor wird sich wohl weiter verzögern. Die Bahn, die einen Minderheitsanteil von 18 % an der Festnetzgesellschaft hält, soll einen Teil der Zugleitsysteme, über die unter anderem der Signalbetrieb abgewickelt wird, von Arcor zurückkaufen. So zumindest lautet ein Vorschlag des Aufsichtsrats, verlautete gestern aus dem Gremium. Damit wären die bereits unterschriftsreifen Verträge zwischen den Anteilseignern von Arcor Makulatur und Neuverhandlungen nötig. Hauptanteilseigner an Arcor ist Vodafone mit 74 %. "Es ist unbegreiflich, dass man die Zugleitsysteme überhaupt verkauft hat", sagte ein Aufsichtsratsmitglied. Das Telekomnetz der Bahn bildete 1997 die Basis für den Aufbau von Arcor."

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