Börsengang von T-Mobile verschoben
Mobilfunk rettet die Bilanz

Die Deutsche Telekom hat dank eines starken Mobilfunkgeschäfts die Verluste verringert. Im ersten Halbjahr 2001 habe der Fehlbetrag 400 Mill. ? (782 Mio DM) betragen, teilte die Telekom am Dienstag in einem vorläufigen Zwischenbericht in Bonn mit.

dpa BONN. Im zweiten Quartal sei das Konzernergebnis sogar ausgeglichen gewesen. Die Aktie verlor an der Frankfurter Börse zeitweise mehr als zwei Prozent. Am Mittag notierte sie bei 25,30 ?. Wie in der Branche erwartet, verschiebt der Konzern den geplanten Börsengang der Mobilfunktochter T International-Mobile AG. Ursprünglich hatte die Bonner Deutsche Telekom AG die Mobilfunksparte im vergangenen Herbst an die Börse bringen wollen. Die Pläne waren wegen des schlechten Umfelds und der Zurückhaltung der Investoren aber fallen gelassen worden.

Nach tiefroten Zahlen im vergangenen Jahr wegen hoher Kosten für die Gewinnung von Neukunden verbesserte sich die Ertragslage im Mobilfunk in diesem Jahr deutlich: Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen habe sich das Ergebnis bis Ende Juni mit 1,4 Mrd. ? im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt und bereits das Niveau des gesamten Geschäftsjahres 2000 erreicht.

Analysten zeigten sich von den Zahlen der Mobilfunksparte beeindruckt. Nils Machemehl von der Vereins und Westbank - bewertete die vorläufigen Zahlen als "verhalten positiv". Das Ergebnis im Mobilfunk habe seine Erwartungen übertroffen. Auf den Aktienkurs drücke vermutlich das Konzernergebnis. Werner Stäblein, Analyst bei der BHF-Bank, nannte das Ergebnis im Mobilfunk sehr gut.

Erstmals berücksichtigt in den Geschäftszahlen der Telekom wurde die US-Mobilfunktochter Voicestream, wenn auch nur für einen Monat. Die Telekom hatte Ende Mai die Übernahme endgültig abgeschlossen. Zum Konzernumsatz in Höhe von 22,6 Mrd. ? (plus 17,4 %) trug Voicestream 400 Mill. ? bei. Die neue Telekom-Tochter glänzte zudem mit einem Kundenzuwachs von 70 %. Insgesamt kam Voicestream auf sechs Millionen Kunden und erreichte damit den höchsten Anstieg in den USA.

Durch Voicestream erhöhte sich die Zahl der Mobilfunkkunden der Telekom erheblich. Bei ihren Mehrheitsbeteiligungen erreichte die Zahl knapp 44 Millionen Teilnehmer, darunter allein 22,1 Millionen Handybesitzer bei der deutschen Tochter T-Mobil (D1). Über weitere Beteiligungen an Mobilfunkgesellschaften kletterte die Zahl der Telekom-Mobilfunkkunden auf 58,7 Millionen.

Starker Zuwachs bei den Beschäftigten

Kräftig zugelegt hat die Telekom bei den Beschäftigtenzahlen durch die vollständige Eingliederung von Beteiligungen wie Voicestream, Debis Systemhaus und Slovenske Telekommunikacie. So waren Ende Juni 245 200 Menschen beim größten Telekommunikationskonzern Europas beschäftigt, rund 54 000 mehr als ein Jahr zuvor.

Nach wie vor hoch ist der Schuldenstand des Unternehmens. Durch den Zukauf von Voicestream hätten sich die Netto- Finanzverbindlichkeiten um 12 Mrd. auf 69 Mrd. ? erhöht, hieß es weiter. Dabei machte allein die Barzahlung an die Voicestream-Aktionäre im Zuge der Übernahme eine Summe von 4,9 Mrd. ? aus.

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