Börsengang wohl nicht mehr 2003
EnBW plant Kapitalerhöhung

Der geplante Börsengang des Regionalversorgers Energie Baden-Württemberg (EnBW) rückt in immer weitere Ferne. 2003 will sich die EnBW nach den Worten des neuen Finanzchefs Bernd Balzereit aber zusätzliches Kapital von seinen Großaktionären beschaffen.

Reuters KARLSRUHE. "In Anbetracht der Verhältnisse auf dem Kapitalmarkt bin ich für 2003 äußerst skeptisch", sagte Balzereit in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Mitarbeiterzeitung der EnBW. Grundsätzlich bleibe ein Börsengang für die folgenden Jahre aber ein Thema. "Wir werden uns entsprechend vorbereiten", sagte der seit 1. August amtierende Finanzvorstand. EnBW hatte die geplante Platzierung von 20 bis 25 Prozent seines Kapitals im Januar 2002 abgesagt.

Unabhängig von den Börsenplänen plane die EnBW für 2003 aber eine Kapitalerhöhung, sagte Balzereit. Mit den Großaktionären, dem französischen Staatskonzern Electricite de France (EdF) und den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken (OEW), werde darüber schon intensiv verhandelt. Über die Größenordnung eines Kapitalschritts äußerte sich Balzereit indes nicht. EdF und OEW haben ihre jeweils 34,5-prozentigen Anteile an der EnBW gepoolt. Als beherrschender Aktionär wird die EdF angesehen.

Der Rücktritt von Balzereits Vorgänger Reinhard Volk im Mai war in der Branche als Rückschlag für die Börsenpläne gewertet worden. Mehr als hundert Gemeinden aus Baden-Württemberg, die eigentlich ihre Anteile beim Börsengang abgeben wollten, hatten 11,88 Prozent an der EnBW vor kurzem für 850 Millionen Euro an die Deutsche Bank und HSBC Trinkaus & Burkhardt verkauft. Die Banken wollen diese Anteile bis maximal 2004 für einen Börsengang reservieren.

Seine vordringliche Aufgabe sieht Balzereit nach eigenen Worten in einer Steigerung der Rendite der EnBW. Von der als branchenüblich angesehenen Umsatzmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Rendite) von 20 bis 25 Prozent sei die EnBW noch ein gutes Stück entfernt, sagte er. "Wir sollten aber in einen Bereich kommen, der als branchenüblich angesehen wird, sonst bekommen wir Schwierigkeiten in der Konkurrenz um zusätzliche Mittel, da Investoren sich dort engagieren, wo sie den höchsten Ertrag erwarten", so Balzereit.

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