Börsenindizes werden geändert: Dax-Ausblick: Anleger halten sich weiter zurück

Börsenindizes werden geändert
Dax-Ausblick: Anleger halten sich weiter zurück

Der schwelende Irak-Konflikt wird nach Einschätzung von Börsianern auch in der kommenden Woche den deutschen Aktienmarkt belasten, der ansonsten auf Geschäftszahlen von MLP und Thyssen-Krupp wartet. Auch mögliche Änderungen der Börsenindizes dürften die Marktteilnehmer beschäftigen.

Reuters FRANKFURT. "Ohne eine sich abzeichnende Lösung im Irak-Konflikt kann der Markt nicht deutlich steigen", sagt der Aktienstratege Hans Beth von der LB Rheinland-Pfalz. "Solange werden die Investoren ihr Pulver trocken halten." Beth zufolge kann der Deutsche Aktienindex (Dax) durchaus auf seine alten Tiefstände vom Oktober 2002 zurückfallen, als Deutschlands wichtigster Börsen-Index bei 2519 Zählern den tiefsten Stand seit sechseinhalb Jahren markierte. In dieser Woche hat der Dax allein knapp drei Prozent und seit Jahresbeginn sogar fast neun Prozent eingebüßt. Börsianer erklären diesen Abschlag in erster Linie mit der Angst vor konjunkturschädigenden Folgen durch einen möglichen Irak-Krieg.

Die USA und Großbritannien haben sich inzwischen für eine weitere UNO-Resolution ausgesprochen, die einen Krieg gegen Irak autorisieren würde. Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush auch seine Rhetorik verschärft und gesagt, das Spiel des irakischen Präsidenten Saddam Husseins sei aus.

So scheint eine Seitwärtsbewegung bevorzustehen. Nach Einschätzung eines technischen Analysten bewegt sich der Dax in einer Range zwischen dem Januar-Schluss-Tief bei 2 615 und 2 743 Punkten - mit gelegentlichen kurzen Ausbruchsversuchen im Verlauf, die nicht überbewertet werden sollten. Sollte diese Range aber nachhaltig verlassen werden, gerieten das Jahrestief 2002 bei 2 597 Stellen und das Januar-Verlaufstief bei 2 563 Zählern in den Blickpunkt.

Thyssen-Krupp und MLP im Fokus

Mit Spannung erwarten Börsianer die Geschäftszahlen des Mischkonzerns Thyssen-Krupp am kommenden Freitag. ThyssenKrupp hatte sich zuletzt Ende 2002 selbst hohe Ziele gesteckt. So will der Stahlkonzern, der in Zukunft wieder mit steigender Nachfrage rechnet, in den nächsten zwei Jahren den Gewinn verdreifachen. Für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwarten von Reuters befragte Analysten leicht steigende Umsatzerlöse von knapp neun Milliarden Euro sowie ein deutlich verbessertes Ergebnis vor Steuern von 184 Millionen Euro.

Die Aktie des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP wird gleich in zweifacher Hinsicht im Rampenlicht stehen. Zum einen droht MLP angesichts möglicher Indexveränderungen durch die Deutsche Börse ein Abstieg aus dem Dax. Zum anderen erwarten Marktteilnehmer die Veröffentlichung vorläufiger Zahlen für 2002 am Mittwoch. Den Schätzungen von Analysten zufolge hat MLP auch sein nach unten geschraubtes Ertragsziel nicht ganz erreicht.

Das operative Ergebnis vor Steuern ohne Beteiligungsverkäufe schätzen Experten im Schnitt auf 86,7 Millionen Euro. MLP hatte im Sommer seine Prognose auf 100 (Vorjahr: 150,8) Millionen von 195 Millionen Euro reduziert und im Herbst gewarnt, es werde schwierig werden, selbst diesen Wert zu erreichen.

Arbeitskreis Indizes entscheidet am Dienstag

Am späten Dienstagabend wird der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über mögliche Index-Änderungen entscheiden. Nach der jüngsten Rangliste der Börse zur Marktkapitalisierung und zum Börsenumsatz ist MLP akut von einem Abstieg bedroht. Als potenzielle Nachfolger werden der Kosmetikkonzern Beiersdorf, der Internet-Anbieter T-Online oder der Reifenhersteller Continental gehandelt.

Außerdem wird der Arbeitskreis über die Zusammensetzung des auf 50 Werte verkleinerten Nebenwerte-Index MDax sowie des neuen TecDax entscheiden. Der TecDax, der dem Nemax50-Index des Neuen Marktes nachfolgt, soll 30 Titel umfassen.

Celanese-Zahlen nach Übernahmegerüchten im Blickpunkt

Nach den jüngsten Übernahmegerüchten werden die Händler auch mit Argusaugen auf die Zahlen des Chemiekonzerns Celanese schauen, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollen. Analysten erwarten für 2002 einen leichten Anstieg beim operativen Ergebnis (Ebitda ohne Sonderaufwendungen). Von Celanese-Chef Claudio Sonder versprechen sich Marktteilnehmer zudem klare Worte zu den jüngsten Übernahmegerüchten. Einem Zeitungsbericht von Anfang dieser Woche zufolge will ein nicht näher benannter amerikanischer Finanzinvestor das Kronberger Unternehmen für 27 Euro je Aktie übernehmen. Noch kostet die Aktie rund 18,50 Euro.

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