Börsenkrise hat kaum Auswirkungen
Private Krankenversicherungen werden deutlich teurer

Privat Krankenversicherte müssen der Deutschen Krankenversicherung (DKV) zufolge im kommenden Jahr mit Beitragserhöhungen von mehr als zehn Prozent rechnen.

Reuters/HB BERLIN. "Die Unternehmen am Markt werden durch die Bank ihre Beiträge zweistellig anpassen, zum Teil sogar deutlich zweistellig", sagte DKV-Chef Jan Boetius der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe).

Grund für die erwarteten Anhebungen seien gestiegene Kosten für Arztbehandlungen und Arzneimittel. Außerdem werde die Branche geänderte Rahmenbedingungen wie etwa die gestiegene Lebenserwartung berücksichtigen. Die Ergo-Tochter Ergo DKV ist eigenen Angaben zufolge Marktführer in Deutschland.

Den Angaben der Zeitung zufolge wären von Beitragsanhebungen knapp acht Millionen Kunden mit einer privaten Krankheitskosten-Vollversicherung betroffen.

Boetius sagte zudem, er gehe fest davon aus, dass es nicht zu einer Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze in der privaten Krankenversicherung kommen werde, unabhängig davon, wer die kommende Bundesregierung stellen werde. Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat angekündigt, die Versicherungspflichtgrenze auf 4500 Euro von derzeit 3375 Euro anzuheben. Die Versicherungsbranche lehnt diese Pläne ab.

Die Krise der Aktienmärkte habe dagegen kaum unmittelbare Auswirkungen auf die privaten Krankenversicherer, sagte Boetius. Nur Unternehmen, die "vielleicht in einer Panikreaktion" alle Aktien verkauft hätten, könnten in ein paar Jahren Probleme bekommen: "Wenn sie jetzt alles in festverzinslichen Papieren mit niedrigem Zinssatz anlegen, haben sie bei wieder steigenden Zinsen enormen Abschreibungsbedarf. Das könnte bei manchem an die Substanz gehen."

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