Börsenkrise macht Münchener Rück und Swiss Re schwer zu schaffen
Heftiger Gewinneinbruch bei Rückversicherern

Beide Konzerne mussten im ersten Halbjahr massive Abschreibungen auf ihr Aktienvermögen vornehmen. Im zweiten Quartal erwirtschaftete die Münchener Rück deshalb und wegen Problemen bei ihrer US-Tochter American Re einen Vorsteuerverlust in Milliardenhöhe. Die Swiss Re wies im ersten Halbjahr nach einem Einbruch um 90 Prozent nur noch einen vergleichsweise kleinen Gewinn aus.

mwb/ef/HB MÜNCHEN/ZÜRICH. An den europäischen Börsen gehörten Versicherungstitel daher zu den größten Tagesverlierern. Münchener Rück-Aktien etwa gaben um über 4 Prozent nach.

Wenn sich die Lage an den Finanzmärkten nicht spürbar bessere, seien in der zweiten Jahreshälfte zusätzliche Abschreibungen auf Wertpapiere nicht ausgeschlossen, sagte der Controlling-Vorstand der Münchener Rück, Jörg Schneider.

Im ersten Halbjahr hat die Münchener Rück Abschreibungen von 1,5 Mrd. Euro auf Wertpapiere vorgenommen. Eine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gab die Münchener Rück nicht ab. Wegen der Unsicherheit an den Kapitalmärkten und den naturgemäßen Risiken einer Versicherung sei eine Prognose nicht möglich. "Unser Umfeld ist heute nicht mehr so, wie es noch vor zwölf Monaten war", sagte Schneider mit Blick auf die Terror-Anschläge vom 11. September. Vor Steuern sank der Ertrag im zweiten Quartal von 769 Millionen Euro auf minus 1,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand durch Steuervorteile nur ein Verlust von 383 Millionen Euro.

Beim weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re sank der Gewinn im Halbjahr von 1,3 Mrd. Franken auf 118 Mill. Franken (81 Mill. Euro). "Die letzten zwölf Monate waren eine schwere Prüfung für die gesamte Industrie", sagte Swiss Re-Chef Walter Kielholz in Zürich. Das Prämienvolumen der Swiss Re-Gruppe konnte um 16 Prozent auf 13,8 Mrd. Franken gesteigert werden. Wenn sich die Situation auf den Finanzmärkten verbessert und größere Schäden ausbleiben, rechnet Swiss Re für das Gesamtjahr 2002 mit einem Gewinn.

Quelle: Handelsblatt

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