Börsennotierte Töchter der IT- und Telekomkonzerne sind billig zu haben
Rückintegration - die zarteste Versuchung

Die zarteste Versuchung seit den Börsengängen im High-Tech-Hype ist die Rückintegration der börsennotierten Töchter in den Schoß der IT- und Telekomkonzerne. France Télécom hat mit ihrer Internettochter Wanadoo den Anfang gemacht.

Kürzlich holte sich die deutsche Softwareschmiede SAP die Systemhaustochter SAP SI zurück. Der spanische Telekom-Konzern Telefónica hatte bereits im vorigen Jahr versucht, die Internettochter Terra Lycos wieder zu übernehmen, was aber lediglich zu drei Vierteln gelang. Selbst für T-Online, die Internettochter der Deutschen Telekom, will man langfristig nicht mehr die Hand ins Feuer legen. Auch wenn solche Überlegungen in der Bonner Konzernzentrale zunächst einmal vom Tisch sind.

Die Gründe für den Griff nach den eigenen Töchtern sind simpel: Sie sind derzeit billig zu haben. Vergleicht man deren Bewertung mit den Emissionspreisen, notiert T-Online trotz massiver Kursgewinne im vergangen Jahr noch immer meilenweit unter den 27 Euro, die Anleger anfänglich für die Aktie bezahlt haben. Auch SAP muss für die Wiedereingliederung trotz eines großzügigen Aufschlags von mehr als 30 % an die Aktionäre der SAP SI kaum mehr als den den Emissionspreis auf den Tisch legen.

Wie richtige Abzocke funktioniert, macht dagegen die France Télécom vor. Sie will mit den knapp zwei Milliarden Euro Barreserven der Tochter die eigenen Finanzmittel stärken und anschließend Teile des Geschäfts erneut an die Börse bringen.

Quelle: Handelsblatt Nr. 062 vom 29.03.04 Seite 19

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