Börsenplan für 2002 vor dem Scheitern
Banken streiten um Kirch-Rettung

Die Banken können sich trotz intensiver Gespräche bisher nicht auf ein Rettungskonzept für die Kirch-Gruppe einigen.

HB DÜSSELDORF. Am Dienstag hieß es aus Verhandlungskreisen, eine Lösung in dieser Woche sei unwahrscheinlich. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) will offenbar die 40 %-Beteiligung an Springer nur übernehmen, wenn ein Gesamtpaket mit den Banken geschnürt ist. Kirch soll durch den Springer-Verkauf auch frische Liquidität zufließen.

Unterdessen gehen Bankenkreisen davon aus, dass die für Juni geplante Fusion der Pro Sieben Sat 1 Media AG mit der Kirch Media (Sender, Rechtehandel, Formel 1) nicht mehr 2002 stattfindet. Auch in der Kirch-Gruppe wird offenbar über eine Verschiebung auf nächstes Jahr gesprochen. Offiziell heißt es dagegen: "Die Fusion steht nicht zur Disposition." Ein Pro-Sieben-Sprecher sagte, die Unternehmensbewertungen sollen bis März vorliegen. "Wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen", fügte er an.

Gleichzeitig steht Kirch offenbar kurz vor dem Verkauf des 25 %-Anteil am spanischen Sender Telecinco. Zunächst veräußert Leo Kirch 4 % und indirekt weitere 10 % an Mediaset. Der italienische Medienkonzern besitzt bereits 40 % an dem renditestarken Sender in Madrid. Weitere 2 % werden von einer europäischen Investorengruppe gekauft. Die verbleibenden 9 % sollen an spanische Investoren wie Amancio Ortega (Inditex) gehen.

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