Börsenprospekt ist einzige gesetzliche Haftungsgrundlage für Anleger
Deutsche Börse will Regeln für Emissionsprospekte am Neuen Markt verschärfen

Die Deutsche Börse AG will die Regeln für den Neuen Markt weiter verschärfen und hat dabei insbesondere die Emissionsprospekte zum Börsengang der Unternehmen im Visier. "In der Praxis bezwecken Prospekte zunehmend nicht mehr die Information des Anlegers, sondern eine vorbeugende Enthaftung des Emittenten und seiner Emissionsbegleiter", sagte Rainer Riess, Leiter des Neuen Marktes, am Mittwoch in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Der Prospekt müsse zur alleinigen Geschäftsgrundlage für die Anlageentscheidung zum Börsengang werden. Dazu will Riess erreichen, dass zusätzlich zum Prospekt keine weiteren "oftmals irreführenden Informationen" verbreitet werden. Dies entspreche der Praxis der US-Börsen und deren Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC). Bei Verstößen gegen die Vorschrift sollen die Informationen gegebenenfalls zusätzlich in den Prospekt aufgenommen oder der Börsengang verschoben werden.

Bisher ist der Börsenprospekt die einzige gesetzliche Haftungsgrundlage für Anleger. Im Einklang mit internationalen Standards soll auch die Veröffentlichung von Unternehmensstudien im Zusammenhang mit dem Börsengang eingeschränkt werden.

Zugleich kündigte Riess einen verpflichtenden Kapitalmarktkodex für Unternehmen und Emissionsbegleiter beim Börsengang an den Neuen Markt an. Dieser soll nach Beratungen mit dem "Advisory Committee" bis Mitte des kommenden Jahres fertiggestellt sein. Außerdem stünden auch andere Regeln nach der Aufnahme am Neuen Markt auf dem Prüfstand, hieß es.

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