Börsenschwäche trübt Zukunftsaussichten
Advance Bank stellt Erreichen der Gewinnzone in Frage

Im vierten Quartal dieses Jahres wollte die Dresdner-Tochter die Gewinnschwelle erreichen. Daraus wird wohl nichts, denn die Kalkulation beruhte auf einem Durchschnittswachstum an den Wertpapierbörsen von 5 % im ersten Quartal. Tatsächlich war ein Rückgang von 15 % zu verzeichnen. Jetzt soll gespart werden. So soll die Auslagerung des Rechenzentrums helfen, die Kosten zu senken. Im vergangenen Jahr trug der Verkauf an die Dresdner Bank allerdings 23,8 Mill. DM zum Jahresfehlbetrag von 109 Mill. DM bei.

rtr MÜNCHEN. "Wenn die Wertpapiermärkte so laufen wie im ersten Quartal, halte ich das nicht für möglich", sagte Vorstandssprecher Martin Blessing am Mittwoch in München. An den Plänen, den operativen Verlust im laufenden Jahr zu halbieren, halte er jedoch fest. Er rechne damit, dass die Advance Bank auch unter dem Dach der Allianz AG, die die Muttergesellschaft Dresdner Bank übernehmen will, weiter die Produkte anderer Versicherer verkaufen könne.

Im vergangenen Jahr verringerte der Direktbroker der Dresdner Bank den Angaben zufolge seinen operativen Verlust auf 85,4 Mill. DM von 97,3 Mill. DM ein Jahr zuvor. Wegen Sonderabschreibungen aus dem geplanten Verkauf des Rechenzentrums an die Dresdner Bank von 23,8 Mill. DM liege der Jahresfehlbetrag jedoch bei rund 109 Mill. DM, erläuterte Blessing. Im ersten Quartal 2001 habe die Advance Bank trotz des Verfalls an den Aktienmärkten ihr verwaltetes Kundenvermögen auf 6,4 Mrd. DM von 5,4 Mrd. DM im vierten Quartal 2000 gesteigert. Die Zahl der Kunden habe sich im Vergleich zum Vorquartal um 15 % auf gut 243 000 Kunden erhöht. Dabei seien die Akquisitionskosten je Neukunde auf 155 ? von 282 ? im vergangenen Jahr gefallen.

Wegen der jüngsten Kursrückgänge an den internationalen Wertpapiermärkten habe sich auch bei der Advance Bank der Optimismus etwas eingetrübt, sagte Blessing. Schließlich seien die Planungen der Gesellschaft von einem durchschnittlichen Wachstum der Märkte von fünf Prozent ausgegangen - stattdessen seien sie im ersten Quartal 2001 im Durchschnitt um 15 % eingebrochen. Dieser Entwicklung wolle die Advance Bank aber mit einem Kostensenkungsprogramm begegnen und durch eine effizientere Verwaltung sowie die Auslagerung des Rechenzentrums in diesem Jahr rund 21 Mill. DM einsparen, sagte Blessing.

Broker soll bis 2002 Börsenreife erhalten

Im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz würden nun auch die Detailgespräche mit der Advance Bank über ihre Rolle in dem neuen Allfinanzkonzern beginnen, sagte Blessing. Für den neuen Konzern sei der Vertrieb über das Internet strategisch wichtig. Zu Gerüchten über ein Interesse der Allianz an dem Direktbroker Consors wollte sich Blessing nicht äußern. Bis 2002 wolle die Advance Bank auf einen möglichen Börsengang vorbereitet sein, die Entscheidung liege aber bei der Muttergesellschaft.

Der Einstieg des Versicherers bei der Bank bedeute nicht, dass die Advance Bank nun von ihrem Prinzip der offenen Produktstruktur abgehen werde, betonte Blessing. Die Advance Bank vertreibt zum Beispiel Produkte des italienischen Generali-Konzerns. Inwieweit die mobilen Berater der Advance Bank oder die Pläne für Investmentzentren in 20 bis 25 deutschen Städten mit der Allianz koordiniert würden, müsse noch geprüft werden.

Die Advance Bank ist eine der kleineren Direktbanken in Deutschland. Die Commerzbank-Tochter Comdirect Bank ist mit 577 465 Kunden zum Jahresende 2000 Marktführer in Deutschland, darauf folgen Consors und der Hypo-Vereinsbank-Tochter Direkt Anlage Bank.

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