Börsenschwäche und Konjunkturprobleme
VHV und Hannoversche Leben planen Fusion

In der von Börsenschwäche und Konjunkturproblemen geplagten deutschen Versicherungswirtschaft bahnt sich nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen ein Zusammenschluss an.

Reuters HANNOVER. Die VHV Vereinigte Haftpflichtversicherung in Hannover und die Hannoversche Leben planen den Angaben zufolge eine Verschmelzung. "Bereits kommende Woche kann die Entscheidung fallen", hieß es am Dienstag in den Kreisen, die damit Medienberichte bestätigten.

Allerdings sei auch denkbar, dass die auf Lebensversicherungen spezialisierte Hannoversche Leben neben VHV für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung einen zweiten Partner ins Boot hole, hieß es.

VHV zählt zu den großen Autoversicherern in Deutschland. Die Hannoversche Leben war 2002 wegen der Börsenschwäche in Turbulenzen geraten und musste ihre Überschussbeteiligung auf Grund von Einbußen bei Aktiengeschäften senken. Auf Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) trat Vorstandschef Eckart von Uckermann im vergangenen Herbst zurück. Zum 1. November wurde Anton Wittl, Ex-Chef der Swiss Re Deutschland, an die Spitze berufen. Er habe sich vor allem um die Partnersuche gekümmert, hieß es aus Branchenkreisen.

Die beiden in Hannover ansässigen Versicherer wollten sich am Dienstag nicht äußern. "Wir äußern uns nicht zu Gerüchten", sagten Sprecherinnen von VHV und Hannoversche Leben. Beide bestätigten, es sei bekannt, dass man nach strategischen Partnerschaften Ausschau halte, auch wenn diese nicht als zwingend angesehen würden. Die Hannoversche Leben hatte ihre für diesen Donnerstag geplante Bilanzpressekonferenz kurzfristig ohne Angabe von Gründen abgesagt. Hintergrund seien die Fusionsgespräche, hieß es in den Kreisen.

Beide Unternehmen bestehen in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG), so dass eine Übernahme eines Versicherers durch den anderen nicht möglich ist. Ein Zusammenschluss kann - ähnlich wie Mitte 1999 bei dem Zusammengehen der Signal Versicherungen aus Dortmund mit der Hamburger Iduna Nova zur Signal Iduna - nur im Wege einer so genannten Verschmelzung erfolgen, der die Mitglieder zustimmen müssen.

Wer im Falle einer vollständigen oder teilweisen Verschmelzung der beiden hannoverschen Versicherungen die operative Führung übernehmen werde, sei noch nicht abschließend geklärt, hieß es am Dienstag aus verhandlungsnahen Kreisen. Allerdings gilt die VHV auf Grund ihres größeren Vertragsbestandes und den jüngsten Schwierigkeiten der Hannoverschen Leben als der etwas stärkere Partner.

VHV erzielte 2001 knapp eine Milliarde Euro Prämieneinnahmen. Insgesamt besitzt VHV eigenen Angaben zufolge knapp fünf Mill. Versicherungsverträge, davon allein drei Mill. in der Autoversicherung.

Die Hannoversche Leben verzeichnete 2001 sinkende Prämieneinnahmen auf 880 Mill. ?. Für 2002 war zuletzt ein weiterer Rückgang auf 830 Mill. ? in Aussicht gestellt worden. Mit rund 800 000 Versicherten ist der Bestand bei Hannoversche Leben deutlich geringer als bei VHV.

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