Börsenstart am 11. Juni
Börsenkandidat Fraport erwartet 2001 steigenden Umsatz

Die Fraport AG als Betreiberin des Frankfurter Flughafens rechnet für 2001 mit steigenden Umsätzen, sieht aber im Tarifstreit der Lufthansa mit ihren Piloten ein erhebliches Risiko für das eigene Geschäft. Die Zeichnungsfrist für die Aktien läuft nach Angaben des Unternehmens von 28. Mai bis 8. Juni, für Privatanleger bis 7. Juni.

rtr FRANKFURT. Die Fraport AG als Betreiberin des Frankfurter Flughafens rechnet für 2001 mit steigenden Umsätzen, sieht aber im Tarifstreit der Lufthansa mit ihren Piloten ein erhebliches Risiko für das eigene Geschäft. Das Unternehmen teilte am Montag in einem vorläufigen Verkaufsprospekt für seinen Börsengang mit, insgesamt würden für dieses Jahr steigende Umsätze erwartet. Auch die Verkehrszahlen dürften zunehmen, jedoch werde das Wachstum geringer ausfallen als im ersten Quartal. Angaben zum erwarteten Ergebnis machte der Konzern nicht. "Sollte die Tarifauseinandersetzung bei dem Hauptkunden von Fraport, der Lufthansa, weiter andauern oder sich wesentlich ausweiten, könnte sich dies erheblich negativ auf die Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2001 auswirken", hieß es allerdings.

Fraport will im Juni an die Börse gehen und veröffentlichte dafür am Montag im Internet ihren vorläufigen Verkaufsprospekt. Darin teilte Fraport mit, der bisherige Verlauf des Jahres sei durch ein Wachstum des Luftverkehrsaufkommens geprägt gewesen, das die positiven operativen Erwartungen der Gesellschaft bislang bestätigt habe. So habe die Anzahl der Passagiere im ersten Quartal um 6,2 %, die Zahl der Flugbewegungen um rund 1,5 % und das Frachtaufkommen um 6,1 % zugenommen. "Die Gesellschaft geht allerdings davon aus, dass die Steigerungsraten der Verkehrszahlen für das Geschäftsjahr 2001 unter denen des erste Quartals liegen werden", hieß es.

Zu den Auswirkungen des Tarifstreits bei der Lufthansa wies der Konzern darauf hin, dass Fraport von ihrem Hauptkunden in besonderem Maße abhängig sei. Die Streiks der Lufthansa-Piloten der vergangenen Wochen bewirkten bei Fraport Mindereinnahmen vor bei Flughafenentgelten durch ausgefallene Flüge sowie geringere Einnahmen durch den niedrigeren Umsatz der Restaurants und Geschäfte auf dem Flughafen. "Angesichts hoher Fixkosten wirken sich die Umsatzausfälle zu einem erheblichen Teil als Ergebnisrückgang aus", teilte Fraport mit. Sollte sich der Tarifstreit verstärken oder längere Zeit dauern, "kann dies wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Finanzlage und die Ertragslage von Fraport haben".

Die Lufthansa-Piloten hatten in den vergangenen drei Wochen einmal für zwölf Stunden und zweimal ganztägig ihre Arbeit ruhen lassen, was zum Ausfall von mehreren hundert Flügen führte. Die Tarifverhandlungen zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa sollten am Montag wieder aufgenommen werden.

Im Jahr 2000 hatte Fraport bei einem Umsatz von gut drei Mrd. DM einen Überschuss von 252,3 Mill. DM erwirtschaftet. Das Hauptgeschäft von Fraport ist der Betrieb des Frankfurter Flughafens, der zuletzt nach Passagierzahlen der zweitgrößte Flughafen in Europa nach London-Heathrow war.

Im Rahmen des Börsengangs will Fraport 22,7 Mill. neue Stammaktien zum Kauf anbieten. Außerdem sind 3,405 Mill. Aktien für eine Mehrzuteilungsoption vorgesehen. Durch den Börsengang sinkt der Anteil der bisherigen Alleineigentümer Land Hessen, Bund und Stadt Frankfurt auf 71,03 %, sofern die Mehrzuteilungsoption ausgeübt wird. In einem Konsortialvertrag der Altaktionäre wurde nach Angaben von Fraport festgeschrieben, dass die öffentliche Hand für 30 Jahre einen Anteil von zumindest 51 % des Grundkapitals behalten wird. Dies gelte für das Land Hessen mit der Stadt Frankfurt bei Ausscheiden des Bundes oder aber für alle drei Konsortialmitglieder.

Die Zeichnungsfrist für die Aktien läuft nach Angaben des Unternehmens von 28. Mai bis 8. Juni, für Privatanleger bis 7. Juni. Anwohner aus dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet sollen bei einer Überzeichnung bei der Zuteilung bevorzugt werden. Außerdem ist ein Preisnachlass für Privatanleger vorgesehen, die bis 1. Juni Aktien zeichneten. Am 11. Juni soll die Fraport-Aktie erstmals an der Börse gehandelt werden. Globale Koordinatoren und Bookrunner des Börsengangs sind die Investmentbanken Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley Dean Witter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%