Börsianer bleiben optimistisch
Dax legt eine Atempause ein

Kräftige Kursverluste der Technologiewerte und nachgebende US-Börsen haben dem Deutschen Aktienindex am Dienstag ein deutliches Minus beschert. Börsianer zeigten sich jedoch optimistisch, dass es sich dabei lediglich um eine Atempause bei der seit rund zwei Wochen anhaltenden Erholung handele.

Reuters FRANKFURT. Die High-Tech-Branche wurde Händlern zufolge von den gesenkten Geschäftsprognosen des US-Konzerns Texas Instruments und des Schweizer Elektronik-Unternehmens ABB unter Druck gesetzt. Aber auch die Einzelhandelswerte Metro und KarstadtQuelle gaben kräftig nach.

Zu den weiteren Aussichten sagten Börsianer, die Richtung des Dax in den kommenden Monaten werde sich in den nächsten Tagen entscheiden. Nur wenig Einfluss auf die Börse hatte unterdessen das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute zur Konjunkturentwicklung. Der Dax schloss am Dienstag 3,9 Prozent tiefer bei 3155,97 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax 1,1 Prozent auf 3069,40 Punkte verlor. Am Neuen Markt fiel derweil der Auswahlindex Nemax50 um 0,6 Prozent auf 437,24 Zähler. An der Wall Street lagen bei Börsenschluss in Deutschland der Dow Jones und der Nasdaq-Index jeweils 1,7 Prozent im Minus bei 8395 beziehungsweise bei 1288 Stellen.

Börsianer: Dax-Trend entscheidet sich bald

"Wir sind derzeit in einer interessanten Situation, in der sich entscheiden kann, wie sich der Dax in den kommenden Monaten bis ins nächste Jahr hinein entwickelt", sagte Holger Galuschke von der SEB. Er rechne mit einem zunächst rückläufigen Dax, der auf bis zu 2944 Stellen sinken könne. Dies sei nach den massiven Kursgewinnen der vergangenen Tage allerdings "gesund". Sollte das Börsenbarometer nun den technischen Widerstands bei 3266 Zählern überwinden, könne der Aktienmarkt in eine mittelfristige Aufwärtsbewegung einschwenken.

Weniger Wachstum erwartet

Die deutliche Reduzierung der Konjunkturprognosen für Deutschland durch die Wirtschaftsforschungsinstitute komme nicht überraschend und sei bereits in den Kursen enthalten, sagte der HSBC-Aktienstratege Volker Borghoff mit Blick auf die geringen Auswirkungen der Veröffentlichung für den Aktienmarkt. Händler ergänzten allerdings, die relativ gute Stimmung am Markt sei durch die vorgelegten Prognosen etwas eingetrübt worden.

Texas Instruments belastet Infineon

An der Spitze der Dax-Verlierer standen die Aktien von Infineon und Epcos. Sie verloren 8,8 Prozent auf 8,25 Euro beziehungsweise 12,3 Prozent auf 9,40 Euro. Neben den gesenkten Prognosen von Texas Instruments befürchteten die Anleger weitere schlechte Nachrichten im Rahmen der für den Abend erwarteten Geschäftszahlen des französischen Chipherstellers STMicroelectronics, sagte die Fondsmanagerin Pia Hellbach von Union Investment.

Die SAP-Papiere litten derweil unter Gewinnmitnahmen, hieß es weiter. Sie verloren 7,1 Prozent auf 72,50 Euro, nachdem sie ihren Wert in den vergangenen beiden Wochen fast verdoppelt hatten.

Gewinnmitnahmen bei Metro und Karstadt-Quelle

Bei Metro und den im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titeln von KarstadtQuelle seien ebenfalls Gewinnmitnahmen zu verzeichnen, sagten Börsianer weiter. Die Aktien von Metro verbilligten sich um 6,8 Prozent auf 20,81 Euro, die Papiere von KarstadtQuelle fielen um 4,1 Prozent auf 17,27 Euro. Beide Papiere hatten sich in den vergangenen Tagen deutlich besser entwickelt als ihre jeweiligen Indizes.

Banken im Minus

Nach einer Herabstufung des europäischen Bankensektors durch die Investmentbank Merrill Lynch gaben die Aktien der deutschen Finanzinstitute deutlich nach. So verloren die Titel der Deutschen Bank 3,3 Prozent auf 46,51 Euro. Der europäische Subindex dieser Branche ging um 0,3 Prozent zurück.

Unterdessen setzten die Aktien von MLP ihre Erholung der vergangenen Tage fort und verteuerten sich um gut 5,4 Prozent auf 14,55 Euro. Händler sagten, es handele sich erneut um eine Reaktion auf die dramatischen Kursverluste von zeitweise 90 Prozent in den vergangenen Monaten.

Zu den wenigen Gewinnern zählten auch die Papiere der Lufthansa, die um zwei Prozent auf 11,35 Euro zulegten. Sie profitierten von der Genehmigung des Verkaufs des Lufthansa-Anteils am Expressdienst DHL an die Deutsche Post durch die EU-Kommission, sagten Händler.

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