Börsianer glauben nicht mehr an Zinssenkung
US Airways-Insolvenz lastet auf US-Börsen

Schwindende Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung und der Insolvenzantrag der Fluggesellschaft US Airways haben die New Yorker Aktienmärkte zum Wochenauftakt belastet. Die US-Airways-Nachrichten hätten bei den Anlegern Sorgen um mögliche weitere Insolvenzen bei anderen US-Fluglinien ausgelöst, sagten Börsianer.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index fiel bis Handelsschluss um 0,65 % auf 8688,69 Punkte, der Nasdaq-Index schloss mit plus 0,06 % kaum verändert bei 1 306,84 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,53 % auf 903,78 Punkte nach.

"Die Leute sind skeptischer geworden, was die Zinssenkungserwartung betrifft", sagte Uri Landesman, Analyst bei Arlington Capital Management. "Die US-Airways-Nachrichten helfen nicht. Das ist ein Name, der in der Mitte des Landes gut bekannt ist."

In der vergangenen Woche hatte der Dow-Jones-Index im Wochenverlauf mehr als 5 % zugelegt - der größte prozentuale Zuwachs innerhalb einer Woche seit September vergangenen Jahres. Dabei hatten vor allem Spekulationen über eine Leitzinssenkung bei der Sitzung der US-Notenbank (Fed) am Dienstag eine wichtige Rolle gespielt. Die Mehrheit der Analysten erwartet derweil keine Rücknahme der Zinsen in dieser Woche. Nach einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Forschungsinstituts National Association for Business Economics (NABE) zufolge wird die US-Wirtschaft aller Voraussicht nach nicht in eine erneute Rezession abrutschen und braucht daher auch keine neue Zinssenkung.

Die schwindenden Zinshoffnungen drückten nach Händlerangaben vor allem zinssensitive Finanztitel. Die Aktien des Finanzkonzerns Citigroup gaben rund 0,7 % auf 34,08 $ nach. Die Titel von J.P. Morgan büßten rund 3,4 % auf 25,46 $ ein.

US Airways-Aktien blieben an der Wall Street am Montag vom Börsenhandel ausgesetzt. Vorbörslich waren die Titel aber auf 57 Cent von 2,45 $ bei Börsenschluss am Freitag eingebrochen. Im Sog der ersten Insolvenz einer der großen US-Fluggesellschaften fielen die Aktien von UAL, der Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, zum Börsenschluss um rund 27 % auf 3,80 $. Die Titel von Delta Airlines, die zu Handelsbeginn rund 6 % nachgegeben hatten, verloren rund 4 % auf 14,03 $. Analysten hatten sich von der Zahlungsunfähigkeit von US Airways zwar kaum überrascht gezeigt, aber zugleich weitere Konkurse bei US-Fluggesellschaften im Zuge der allgemeinen Konjunkturschwäche nicht ausgeschlossen.

An der Technologiebörse Nasdaq belastete nach Händlerangaben die Senkung eines Kursziels für die Aktien des führenden Zulieferers der Halbleiterindustrie, Applied Materials, auch andere Titel der Branche. Prudential Securities hatte das zwölfmonatige Kursziel für die Aktien des Unternehmens auf 21 von zuvor 27 $ gesenkt. "Wir denken, dass sich die Bedingungen in der Halbleiterzulieferer-Industrie weiter verschlechtern könnten", hieß es zur Begründung. Die Aktien des Konzerns gaben um rund 2 % auf 13,58 $ nach. Der Kurs von Teradyne verlor rund zwei Prozent auf 14,32 $. Der S&P-Index für die Zulieferer der Halbleiterbranche büßte rund 1,5 % ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Mrd. Aktien den Besitzer. 1491 Werte legten zu, 1723 gaben nach und 177 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,05 Mrd. Aktien 1598 im Plus, 1756 im Minus und zwei unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 12/32 auf 101-1/32. Sie rentierten mit 4,21 %. Die 30-jährigen Bonds kletterten 19/32 auf 104-16/32 und hatten eine Rendite von 5,073 %.

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