Börsianer sehen Kapitalerhöhung bei Infineon kritisch
Infineon-Pläne für genehmigtes Kapital drücken Aktie

Die geplante Schaffung eines genehmigten Kapitals bei dem Chip-Hersteller Infineon belastet nach Einschätzung von Börsianern dessen Aktien.

Reuters FRANKFURT. Investoren rechneten nun damit, dass Infineon weiteres Kapital benötige, sagten Händler. Die Papiere gaben bis Mittwochmittag 6,7 % auf 24,35 ? nach. Der Dax verlor unterdessen 1,29 %. Eine Kapitalmaßnahme würde voraussichtlich den Aktienwert verwässern und setze die Titel daher unter Druck, sagte der Analyst Harald Schnitzler von der DZ Bank.

Infineon hatte in seiner am Dienstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 22. Januar 2002 angekündigt, die Aktionäre über die Schaffung eines Kapitalrahmens zur Aufstockung des Grundkapitals bis 2007 um bis zu einem Viertel oder nominal bis zu 350 Mill. ? abstimmen zu lassen.

Infineon-Vorstand Ulrich Schumacher sagte am Mittwoch, die Gesellschaft schaffe sich mit einer Ermächtigung zu Kapitalmaßnahmen Flexibilität. Es sei nichts konkretes geplant. Bei der Ausgabe von neuen Aktien zum derzeitigen Kurs könnte Infineon rechnerisch bis zu 4,3 Mrd. ? an frischem Kapital generieren.

Im frühen Handel hatte Infineon-Kurs zunächst rund 3,4 % zugelegt, was von Händlern mit den Vortag bekannt gewordenen Fortschritten bei den Verhandlungen mit Toshiba über eine Kooperation im Speicherchip-Geschäft erklärt wurde. Der Markt habe sich dann jedoch relativ schnell dazu entschlossen, Gewinne mitzunehmen, sagte Helaba-Aktienhändler Bernd Kulb. Die Investoren hätten stärker auf eine möglicherweise bevorstehende Kapitalmaßnahme spekuliert. "Das bedeutet, dass das Unternehmen Geld braucht, das es nicht hat und auf diese Weise zu erhalten sucht", fügte Kulb hinzu.

Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte am Dienstag gesagt, sein Unternehmen und die Toshiba-Halbleitersparte hätten eine gemeinsame Vorstellung entwickelt, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Die Vorschläge würden nun der Toshiba-Konzernführung zur Prüfung vorgelegt. Bei Zustimmung könne dann der Infineon-Aufsichtsrat entscheiden.

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