Börsianer starren auf die Telekom
Die Wiener Börse kämpft ums Überleben

Die Wiener Börse, die seit vielen Jahren ohne Beachtung von großen internationalen Investoren vor sich hindümpelte, muss um ihr Überleben fürchten.Nach der Fusion der börsennotierten Bank Austria mit der bayerischen HypoVereinsbank fällt das Schwergewicht weg. Das größte Geldhaus Österreichs bestritt ein Viertel des Börsenindex ATX.

dpa WIEN. Nach der Fusion der börsennotierten Bank Austria mit der bayerischen HypoVereinsbank fällt das Schwergewicht weg. Das größte Geldhaus Österreichs bestritt ein Viertel des Börsenindex ATX. Das Loch sollte durch den Börsengang der Telekom in diesem November gestopft werden, der trotz schlechtem internationalen Umfeld für diese Branche durchgezogen werden sollte.

Doch wegen des stark gefallenen Kursniveaus wachsen inzwischen Zweifel, ob der Staatsbetrieb große Teile seiner Aktien überhaupt zu vernünftigen Preisen beim breiten Publikum platzieren kann. Sollte der Börsengang abgesagt werden oder sollten nur kleinere Firmenanteile angeboten werden, "dann ist nicht mehr nur Feuer am Dach, dann steht der österreichische Kapitalmarkt in Vollbrand", warnte die Wiener Zeitung "Die Presse". "Dann können wir zusperren", schlugen Händler in die gleiche Kerbe.

Die Wiener Börse hat schwierige Wochen hinter sich. Die Umsätze lassen zu wünschen übrig. Der Börsenausflug des Sportartikelkonzerns Head entwickelte sich zum Fiasko. Seit der Wert erstmals Ende September mit 11,30 Euro auf dem Kurszettel erschien, hat er fast 30 % verloren. "Der Head-Absturz hat auf die Wiener Börse ungefähr die Wirkung, als würde man einem Intensiv-Patienten den Beatmungsschlauch herausreißen", analysierte "Die Presse".

Zuvor hatte der Grazer Technologiekonzern Andritz seinen Börsenstart wegen des negativen Umfeldes verschoben. Doch das blieb nicht der einzige Tiefschlag. Auch die ai informatics verzichtete auf ihr Erscheinen auf dem Börsenparkett. Die ai informatics-Mutter VA Technologie stürzte daraufhin unter die psychologisch wichtige 50 Euro-Grenze ab. Auch der Börsengang des Wiener Telekom - und Internet- Betreibers MCN wurde verschoben.

Dabei hatte die Wiener Börse gehofft, durch den Anschluss an das Frankfurter Xetra-System aus ihrem Dornröschen-Schlaf zu erwachen. Nach der Enttäuschung dieser Hoffnungen starren die Börsianer jetzt gespannt auf die Telekom. Analysten hatten bereits geraten, den Ausgabekurs möglichst tief festzulegen, um überhaupt auf das Interesse der Käufer zu stoßen.

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