Bombe wog 227 Kilogramm
Polizei verhinderte offenbar Bombenanschlag in London

rtr LONDON. Die britischen Sicherheitsdienste haben nach Informationen der Zeitung "Sunday Telegraph" einen Bombenanschlag irischer Extremisten im Zentrum Londons verhindern können. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf einen Gewährsmann in den Sicherheitsdiensten, die Bombe habe ein Gewicht von 227 Kilogramm gehabt, doppelt so schwer wie der Sprengsatz, der 1998 im nordirischen Omagh 29 Menschen tötete. Geplant worden sei der neue Anschlag von der Real IRA, die Wahre IRA, die sich im Gegensatz zur Stammorganisation IRA, der Irisch-Republikanischen Armee, der Aussöhnung mit den britischen Nationalisten in Nordirland widersetzt.

Ausgangspunkt der Ermittlungen sei der Hinweis gewesen, es solle eine Bombe in einem Pferdeanhänger nach London geschafft werden, zitierte die Zeitung den Gewährsmann. Später sei der Hinweis eingegangen, der Anhänger werde an einem bestimmten Ort in der nordirischen Provinzhauptstadt Belfast mit Sprengstoff beladen. Dann hätten die Sicherheitsdienste zugegriffen. Der Bericht folgte nur wenige Tage auf die Warnung der britischen Polizei, irisch-republikanische Splittergruppen planten für die Vorweihnachtszeit im Vereinigten Königreich einen Bombenanschlag großen Ausmaßes.

Die Real IRA und andere Extremisten wehren sich gegen das Friedensabkommen der größten Organisationen der irischen und der britischen Nationalisten in Nordirland vom Karfreitag 1998. Die Real IRA hatte sich 1997 formiert, als sich die Nationalisten mit Hilfe eines Gewaltverzichtes näher kamen. Sie trat zuletzt im September in Erscheinung und zwar mit einem Raketenwerfer- Angriff auf die Zentrale des britischen Geheimdienstes MI6 in London. In den über 30 Jahren des bewaffneten Konfliktes um den Anschluss der britischen Provinz an die Republik Irland beziehungsweise ihr Verbleiben beim Vereinigten Königreich starben 3600 Menschen.

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