Bomben in Botschaften in Caracas

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Bomben in Botschaften in Caracas

Bei Bombenanschlägen auf die Botschaften von Spanien und Kolumbien in der venezolanischen Hauptstadt Caracas sind wenigstens vier Menschen verletzt worden. An den Botschaftsgebäuden entstand erheblicher Sachschaden. Das teilte das spanische Außenministerium mit.

rtr/dpa CARACAS. An einem Außenbüro der spanischen Botschaft im Osten von Caracas war ein lauter Knall zu hören. Die Sprengsätze explodierten fast gleichzeitig gegen 2.30 Ortszeit. Von der Explosion wurde das Eingangstor zu dem Gebäude zerstört und ein Loch in die Außenmauer des Geländes gerissen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gingen Fenster zu Bruch.

Polizei und Feuerwehr zufolge ereignete sich eine weitere Explosion außerhalb des kolumbianischen Konsulats, das nicht weit von dem spanischen Büro entfernt liegt. Dabei sei ein Wachmann leicht verletzt worden, sagte die Polizei. Am Gebäude seien Glaswände zerstört.

Beim Anschlag auf die spanische Botschaft wurde eine Anwohnerin verletzt. Am Tatort wurden Pamphlete einer Gruppierung gefunden, die Chávez unterstützt. Bei der Explosion vor der kolumbianischen Vertretung erlitten drei Passanten Verletzungen.

Die Behördenvertreter konnten zunächst nichts über die Ursache der Explosionen sagen. An der spanischen Vertretung seien Flugblätter einer "Bolivarischen Befreiungsfront" gefunden worden, einer bislang unbekannten Gruppe. Venezuelas Präsident Hugo Chavez steht mit seiner "Bolivarischen Revolution" derzeit unter starkem Druck der Opposition. Er hatte am Vortag die USA und Spanien dafür kritisiert, dass sie seine Feinde unterstützten, und Kolumbien mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen gedroht. Die Opposition aus Mittel- und Oberschicht wirft Chavez vor, die Armen im Land aufzuhetzen. Auch mit einem mehrwöchigen Streik ist es ihr nicht gelungen, vorgezogene Neuwahlen fürs Präsidentenamt durchzusetzen.

Der spanische Botschafter in Caracas, Manuel Viturro de la Torre, sagte der Zeitung "El Mundo" (Internet-Ausgabe): "Wir sind sicher, dass die Regierung von Venezuela mit dem Anschlag nichts zu tun hat. Die Gewalt ist die Folge des in Venezuela herrschenden Klimas der Konfrontation."

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