Bombenanschlag vor Spanien-Schlager
Real im Finale gegen Leverkusen

Überschattet von einem Bombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA mit mindestens 17 Verletzten hat Real Madrid das Champions League-Finale gegen Bayer 04 Leverkusen erreicht.

dpa MADRID. Eine Woche nach dem historischen 2:0-Sieg beim großen Rivalen FC Barcelona genügte den Königlichen im zweiten Akt des spanischen Fußball-Schlagers ein glanzloses 1:1 (1:0), um ungefährdet ins Endspiel am 15. Mai in Glasgow einzuziehen.

Vor 75 000 Zuschauern im ausverkauften Santiago-Bernabeu-Stadion brachte "Kunstschütze" Raul (43.) die Gastgeber in Führung, die nur bis zum Eigentor von Ivan Helguera (48.) Bestand hatte. Dennoch ging der Wunsch von Bayer-Trainer Klaus Toppmöllers in Erfüllung, der nach dem 1:1 gegen Manchester United gesagt hatte: "Ich möchte im Champions League-Finale Real Madrid zum 100. Geburtstag gratulieren." Allerdings liest sich die Leverkusener Europapokal-Bilanz gegen den achtmaligen Gewinner des europäischen Meistercups ernüchternd: In bisher vier Vergleichen gab es drei Niederlagen und ein Unentschieden - aber noch nie einen Sieg.

Anpfiff war zeitweise gefährdet

Der Anpfiff des spanischen Duells war am Mittwoch zeitweise gefährdet, nachdem knapp vier Stunden vor dem Spielbeginn in der Nähe der Arena eine Autobombe explodiert war. Zuvor hatte ein anonymer Anrufer die Notdienste im Namen der ETA vor der Explosion gewarnt, die Umgebung wurde daraufhin eilends evakuiert. Dennoch wurden mehrere Menschen durch umherfliegende Glassplitter verletzt. Nach den Anschlägen kam es vor dem Stadion zudem zu Zusammenstößen von radikalen Real-Fans mit der Polizei. Nach kurzer Beratung entschied die Uefa, die Partie wie geplant durchzuführen.

Das Duell zwischen den beiden hochkarätig besetzten Starensembles erreichte aber nur selten ansehnliches Niveau und verlief zudem über weite Strecken erstaunlich körperlos. Real war angesichts des komfortablen Hinspiel-Vorsprungs in erster Linie darum bemüht, nicht in Rückstand zu geraten. Und Barcelona fand kaum ein Mittel gegen die dicht gestaffelte Abwehrreihe. Zudem hatten alle Akteure große Standprobleme, da der Rasen vor der Partie offenbar viel zu lange gesprengt wurde.

Torchancen Mangelware

Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware: Die beste für Barcelona in der ersten Halbzeit vergab der Niederländer Philip Cocu, der einen Schuss von Fabio Rochemback an den Pfosten verlängerte (38.). Fünf Minuten später zielte auf der Gegenseite Spaniens Stürmerstar Raul besser und beseitigte mit einem unhaltbaren 18- Meter-Schuss in den Torwinkel die letzten Zweifel am Weiterkommen.

Anschließend nahm Trainer Vicente del Bosque Weltfußballer Zinedine Zidane, an dem die Partie vorbeilief, aus dem Feld und wechselte später mit Europas Fußballer des Jahres Luis Figo auch noch seinen zweiten Superstar aus. Der Endspiel-Einzug aber geriet niemals ernsthaft in Gefahr, auch nicht, als in der 48. Minute Helguera einen Schuss von Solari zum 1:1 ins eigene Tor abfälschte.

Barcelonas Bemühungen, die Partie zu wenden, waren in der Folgezeit geradezu hilflos. Den Gästen gelang es kaum einmal, in den Strafraum der Königlichen einzudringen. Auf der Gegenseite tat Real nicht mehr als nötig, um Ball und Gegner zu kontrollieren.

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