Bombendrohung
TUI räumt Hotels in Tunesien

Nach Bombendrohungen gegen zwei Hotels des Reiseveranstalters TUI in Tunesien hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das nordafrikanische Land verschärft. TUI quartierte vorsichtshalber knapp 300 Gäste um.

Reuters HANNOVER/BERLIN. Das Auswärtige Amt sprach am Dienstag in Berlin von anonymen Warnungen vor Anschlägen auf Hotels. Deutsche Sicherheitsbehörden hätten diese als ernst zu nehmend eingestuft, sagte ein Sprecher. Entsprechend habe das Ministerium am Montag seine Reisehinweise verschärft und auf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Reisen nach Tunesien hingewiesen.

Zu möglichen Urhebern der Drohungen machte das Auswärtige Amt keine Angaben. Auch TUI wurde am Montagabend informiert. TUI als wichtigster Veranstalter des Touristikkonzerns Preussag war bereits im April von einem Anschlag vor der jüdischen Synagoge auf der tunesischen Insel Djerba betroffen.

Großteil der Urlauber bleibt in Tunesien

Von den Drohungen betroffen sind nach Angaben des Reiseveranstalters ein Badehotel mit zuletzt knapp 300 Gästen in Port El Kantaoui auf dem Festland und ein derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossenes Rundreisehotel im Wüstenort Douz. 34 Gäste hätten sich entschlossen, ihren Urlaub abzubrechen. Die übrigen 260 würden ihren Urlaub in anderen Ferienhotels fortsetzen, sagte TUI-Sprecher Mario Köpers. Die Räumung des Badehotels bezeichnete Köpers als "reine Vorsichtsmaßnahme".

Neue Drohungen treffen das Reiseland

Bei dem Anschlag in Djerba waren im April unter anderem 14 deutsche Touristen ums Leben gekommen, die mit TUI gereist waren. Anschließend waren die Reisebuchungen nach Tunesien drastisch zurückgegangen. Das von der Bombendrohung betroffene Badehotel von TUI war lediglich zur Hälfte belegt. Nach dem Djerba-Anschlag hatte das Auswärtige Amt allerdings auf die Warnung vor erhöhten Risiken verzichtet, sondern lediglich zu erhöhter Aufmerksamkeit unter anderem bei religiösen Kultstätten aufgefordert.

Die Bombendrohungen treffen das Reiseland Tunesien inmitten der Bemühungen der tunesischen Regierung, die Nachfrage bei Urlaubern vor allem in Deutschland wieder anzukurbeln. Vorige Woche war Tourismusminister Mondher Zenaidi mit dem Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV) zusammengetroffen. Die Zahl der jährlich nach Tunesien reisenden Touristen war in den vergangenen Jahren auf mehr als fünf Millionen gewachsen, davon eine Million aus Deutschland.

"Keine Entwarnung"

DRV-Sprecherin Sibylle Zeuch wies daraufhin, dass die verschärften Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes noch keine offizielle Reisewarnung darstellten. Eine solche Warnung würde Urlauber kostenlose Stornierungen von bereits gebuchten Reisen ermöglichen. Mögliche Folgen der Drohungen bei TUI-Hotels für andere Reiseveranstalter sind nach Ansicht Zeuchs noch nicht absehbar.

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