Bonitätsnoten bewerten die Sicherheit von Bonds
Das komplizierte ABC der Ratingagenturen

A, B oder C, AA oder Aa, ein Plus-Zeichen oder eine 1, ein Minus-Zeichen oder eine 2 - wer in Anleihen investieren will, muss sich erst einmal in einem komplizierten Buchstaben und Zeichenwirrwar zurechtfinden. Die Buchstaben und Zeichen werden von Ratingagenturen vergeben.

cü FRANKFURT/M. Dabei haben die Anbieter Standard & Poor?s, Moody?s Investors Service und die kleinere Agentur Fitch leicht unterschiedliche Bezeichnungen für ihre Bonitätsnoten. Die Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheschuldnern. Dabei folgen sie für die Bewertung für Unternehmen und Staaten, die Bonds begeben, einer Bewertungsskala, die bei Triple A für sehr gute Bonität beginnt und je nach Agentur bei C oder D endet.

"Wir bewerten die zukünftige Fähigkeit und den Willen eines Schuldners, seinen finanziellen Verpflichtungen pünktlich und vollständig nachzukommen", erklärt Maria Bissinger, Bereichsleiterin für Unternehmensratings bei S&P in Frankfurt.

Dabei gilt in der Regel, dass Schuldner mit einem schlechteren Rating höhere Renditen für ihre Bonds bieten als besser bewertete. Stuart Lawton, einer der Geschäftsführer für europäische Unternehmesfinanzierung bei Moody?s in London, räumt mit einem immer noch weit verbreiteten Vorurteil auf: "Ein Rating sagt nicht aus, welche Anleihen oder gar Aktien man kaufen soll." Wichtig sei auch, den Zeithorizont zu verstehen. "Wir bewerten nicht wo ein Unternehmen heute stehen wird, sondern wo in drei bis fünf Jahren, erklärt Lawton.

Für Privatanleger empfehlen Anleihestrategen eigentlich nur Anleihen, die innerhalb der als recht sicher geltenden Investitionsklasse eingestuft werden, also mindestens mit Triple B. Bei allen anderen Emissionen gilt das Ausfallrisiko für private Investoren zu hoch. Der Grund: Sie können ihr Anleihenportfolio nicht so stark diversifizieren wie etwa Fonds. Außerdem haben sie keinen so guten Überblick über den Anleihemarkt und die einzelnen Unternehmen.

Eine Indikation wie sich die Ratings künftig entwickeln werden, geben die Rating-Outlooks oder Rating-Aussichten. "Der Outlook gibt eine mittelfristige Erwartung zwischen einem und drei Jahren an", erklärt Bissinger von S&P. Dabei unterscheiden die Agenturen zwischen stabilen, positivem und negativem Outlook.

Wenn ein Rating auf Review bei Moody?s bzw. auf Credit Watch bei S&P gesetzt wird, prüfen die Agenturen ihr Urteil innerhalb von spätestens 90 Tagen. Mit der Ankündigung ein Rating außer der Reihe zu prüfen, geben die Agenturen an, ob sie eher eine Herabstufung oder Heraufstufung erwarten. Ist ein Rating auf die Überprüfungsliste gesetzt, so ist es zu 50 % wahrscheinlich, dass es geändert wird.

Neben langfristigen gibt es auch kurzfristige Ratings, die die Unternehme brauchen, wenn sie Commercial Paper begeben wollen. Das sind Geldmarktpapiere mit einer Laufzeit von meist unter einem Jahr. Dabei vergibt S&P die Noten A-1+ bis D, Moody?s Prime-1 bis Prime-3 und Fitch F1+ bis D.

Die Rendite der Commercial Paper ist im Vergleich zu Anleihen jedoch sehr gering. In diese Papiere investieren meist nur professionelle Investoren.

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