Bonner Forscher entwickeln neues Messgerät
Duftsensor erkennt unangenehmen Geruch

Einen Sensor, der bereits kleine Mengen unangenehm riechender Stoffen erkennt, haben Wissenschaftler der Universität Bonn entwickelt. Der Duftsensor registriert Gerüche bereits in so geringen Konzentrationen, wie sie der Mensch gar nicht wahrnehmen kann.

DÜSSELDORF. Einsatzmöglichkeiten für den Chip sehen die Forscher daher überall dort, wo das Auftreten lästiger Gerüche stören könnte: in Industriebetrieben, in Kläranlagen, auf Deponien oder in der Tierzucht. "Mit unserem Sensor können die Betreiber von Anlagen frühzeitig gegensteuern - lange bevor sich die Nachbarn gestört fühlen", sagt Entwickler Tim Hamacher vom Bonner Institut für Landtechnik. Bislang gebe es keine Technik, die Gerüche kontinuierlich messen und erkennen könne. Zurzeit wird der Sensor in einem zweimonatigen Dauereinsatz in einer Papierfabrik getestet. Später soll der Geruchserkenner für etwa 15.000 Euro auf dem Markt angeboten werden.

Das Gerät ist etwa so groß wie ein Laptop - nur etwas dicker. Es enthält neben dem Sensor - der samt Elektronik nicht viel größer ist als eine EC-Karte - zusätzlich eine Apparatur mit der der Geruch konzentriert wird. Für die Geruchswahrnehmung zuständig sind sechs runde Goldplättchen, die kreisförmig auf einem Chip angeordnet sind. Jedes dieser Plättchen erkennt verschiedene Stoffe unterschiedlich gut.

Um ein bestimmtes Spektrum an Gerüchen messen zu können, müssen die Plättchen vorher geeicht werden. Auf jedem Plättchen klebt - ähnlich wie bei Fliegenfängern - eine hauchdünne Leimschicht, an der Geruchsmoleküle aus der Luft haften bleiben. Die eingefangenen Gasmoleküle machen die Plättchen ein wenig schwerer und träger, was sich durch eine Verringerung der Resonanzfrequenz messen lässt.

Um die Empfindlichkeit des Sensors zu erhöhen, haben die Forscher den Sensor mit einem Gerät gekoppelt, das die Gerüche in einer höheren Konzentration sammelt. Dazu wird die Luft für drei bis fünf Minuten durch einen Filter aus Aktivkohle geleitet, an dem die Duftstoffe haften bleiben. Dann wird der Filter schlagartig auf 250 Grad erhitzt, wodurch alle eingefangenen Moleküle freisetzt werden. "So erzielen wir eine 200- bis 300-fach höhere Empfindlichkeit", verrät Hamacher den Trick.

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