Bonse-Geuking rechnet mit Ölpreisrückgang
Veba Oel und BP haben mehrere Interessenten für Tankstellen

Mit einem Rekordgewinn verabschiedet sich der Mineralölkonzern Veba Oel, zu dem die Aral AG gehört, aus dem Eon-Konzern. Unter dem Dach des britischen Öl-Multis BP steht jetzt der Verkauf von 600 Tankstellen auf dem Programm. Damit werden die Auflagen des Kartellamts für die Fusion erfüllt.

agr DÜSSELDORF. Die Mineralölkonzerne Veba Oel und die britische BP verhandeln mit ersten Interessenten über den Verkauf von 600 Aral - und BP-Tankstellen sowie der Beteiligung an der Bayernoil Raffinerie. Eine Reihe von Kaufinteressenten habe sich gemeldet, sagte Wilhelm Bonse-Geuking, Vorstandschef der Veba Oel, Gelsenkirchen, die seit Februar zum britischen Ölkonzern BP gehört.

Für die Desinvestments sei ein Paket geschnürt worden, sagte Bonse-Geuking. Doch stünden auch die einzelnen Teile zum Verkauf, sollte sich damit insgesamt ein höherer Preis erzielen lassen. Aral und BP wollen sich von jeweils 300 Tankstellen trennen. Geplant sei, das Geschäft noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. Auch die Konkurrenz Shell/Dea muss sich im Rahmen ihrer Fusion von Tankstellen trennen. Damit werden die Marktanteile von Aral/BP in Deutschland von 26 auf 22 % und die von Shell/Dea von 24 auf 19 % sinken. Auf Platz drei folgt dann Esso mit 10 %.

Mit dem Verkauf erfüllen die beiden Konzerne Auflagen des Bundeskartellamts zur vollständigen Übernahme der Veba Oel. Rückwirkend zum 1. Februar hat BP 51 % an der Eon-Tochter erworben, zu der auch die Aral AG gehört. In einem zweiten Schritt kann der Energiekonzern Eon den Briten die restlichen 49 % anbieten. Bonse-Geuking geht davon aus, dass Eon bald von der Option Gebrauch machen wird. Die Fusion von Veba Oel und BP könnte dann noch in diesem Jahr stattfinden. Der Downstream-Bereich, also Tankstellen und die Raffinerien, ist bereits in die Managementstrukturen der BP eingegliedert.

Zur Ölpreisentwicklung wollte Bonse-Geuking keine Prognose riskieren. Er geht aber davon aus, dass das hohe Niveau von derzeit 26 $ pro Barrel (159 Liter) nicht zu halten sei. Vorausgesetzt, die Krise im Nahen Osten und die Lage in Venezuela, wo ein Generalstreik droht, spitze sich nicht weiter zu. Laut Bonse-Geuking werde die OPEC einen zu kräftigen Anstieg nicht zulassen, da einem starken Preisanstieg eine lange Durststrecke folge. Die Drohung des irakischen Diktators Hussein, die Öllieferungen zu drosseln, verglich Bonse-Geuking mit der Androhung eines Hungerstreiks. Öl als Waffe einsetzen zu wollen, "ist ein Rohrkrepierer".

Das letzte Quartal 2001 und die ersten Monate in 2002 seien von einer spürbar rückläufigen Nachfrage nach Mineralölprodukten geprägt. Der Start in das Jahr sei für den Downstreambereich wenig befriedigend gewesen. Dennoch rechnet Bonse-Geuking damit, 2002 einen guten Beitrag zum Ergebnis der BP zu leisten. 2001 hat Veba Oel mit 801 (733) Mill. Euro vor Steuern den höchsten Gewinn der Firmengeschichte erzielt. Mit der bisher höchsten Gewinnabführung von 455 Mill. Euro verabschiedet sich Veba aus dem Eon-Konzern.

Quelle: Handelsblatt

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