Boom der Taschencomputer geht zu Ende
Der PDA-Markt ist satt

Am Tag nach Thanksgiving Ende November mussten die Hersteller von Handheld-Computern schlechte Nachrichten verdauen. Nach Erhebungen der Marktforschungsfirma NPD Group war die Nachfrage nach den Geräten, die auch als "Persönliche Digitale Assistenten" (PDA) bekannt sind, in den USA um 12,3 % gegenüber der vergleichbaren Vorjahreswoche zurückgegangen.

MÜNCHEN. Und das zu einem Zeitpunkt, an nicht nur das Weihnachtsgeschäft startet, sondern zudem neue Anbieter wie Dell Computer gerade den Markteinstieg wagen.

Der scharfe Einbruch des PDA-Absatzes wird als Zeichen einer Marktsättigung gesehen. Bereits Ende Oktober hatten die zur Gartner Group gehörenden Marktforscher von Dataquest sinkende Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Nach deren Angaben war der PDA-Markt im Herbst-Quartal weltweit um 2 % von 2,62 Millionen auf 2,5 Millionen verkaufter Geräte zurückgegangen. Die bereits im Sommer beobachtete Nachfrageschwäche setzt sich damit fort.

Bei den Herstellern behauptete die im kalifornischen Santa Clara ansässige Palm Inc. mit 30,6 % (Vorjahr: 28,8 %) ihre führende Position. Mit einem Anteil von 13 % (3,5 %) verdrängte Sony den Rivalen Hewlett-Packard (HP) und stürmte damit auf Platz 2. Der Marktanteil von HP fiel von 12,1 % auf 11,5 %.

Trotz Sättigungstendenzen mischt seit der Computermesse Comdex Mitte November in Las Vegas auch der texanische PC-Primus Dell im PDA-Geschäft mit. Die Modelle des mit dem Betriebssystem von Microsoft bestückten Modells "Pocket PC Axim X5" werden zunächst in den USA in zwei Versionen für 299 $ und 199 $ angeboten. Beide Geräte sind mit knapp 200 Gramm im Vergleich zur Konkurrenz recht schwer und mit 18 Millimetern Breite relativ unhandlich. Doch dafür haben sie Platz für weitere Komponenten wie Zusatzspeicher. Ab Februar will Dell beide Versionen auch in Deutschland verkaufen, die große für 349 Euro, die kleinere für 249 Euro. Damit würden sie zu den günstigsten Taschencomputern zählen. Hier zu Lande bieten Hersteller derzeit unter 400 Euro kaum etwas Vergleichbares.

Noch günstiger als dieser PDA ist das Modell "Zire", das Marktführer Palm im Oktober auf den Markt gebracht hat. Dieser Billig-Handheld ist noch mit dem alten Betriebssystem Palm OS 4.1 ausgerüstet. Als Einsteigermodell kostet der Neuling aber nur knapp 100 Euro. Außer für Adressen und Termine bleibt aber kaum Platz für andere Anwendungen.

Doch Palm hat mit den Modellen "Tungsten T" und "Tungsten W" Ende Oktober zwei neue leistungsstarke Geräte auf den Markt gebracht. Das Modell T ist der erste Palm-PDA mit dem neuen Betriebsystem Palm OS 5. Das schnelle und flexible Gerät mit buntem Bildschirm ist in den USA für knapp 500 $, in Europa für knapp 600 Euro im Handel. Palm hat mit dem Tungsten T eine technische Lücke geschlossen. So hat der Neuling - wie bereits der Pocket PC - jetzt eine Navigationstaste. Mit einem seitlichen Knopf startet man digitale Tonaufnahmen und-wiedergaben. Das Schreibfeld für die Zeichenerkennung versteckt Palm unter dem Gehäuseteil mit den Bedienelementen, das sich zurückschieben lässt. Die Nachfrage nach dem Modell sei hoch, ist von Palm zu hören. Das Modell W (für Wireless = drahtlos) wird derzeit nur in den USA angeboten. Für den "Smartphone-PDA" inklusive eingebauter Tastatur, mit dem man auch telefonieren kann, muss ein Vertrag mit einer Telekom-Gesellschaft geschlossen werden.

Ein solches Gerät bietet etwa T-Mobile mit dem MDA Pocket PC. Mit einem Vertrag über zwei Jahre kostet das Smartphone 499 Euro. Will man die Handykarte einer anderen Telefongesellschaft benutzen, muss man für das Gerät mit dem Telekom-Logo 899 Euro bezahlen. Den Hersteller wollte T-Mobile nicht nennen.

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