Borussia und die Börse
Glücksspiel BVB-Aktie

Borussia Dortmund geht an die Börse; doch alle reden derzeit nur über Christoph Daum. Den deutschen Profifußball am Finanzmarkt ausgerechnet in diesen Tagen als seriöses Milliardengeschäft zu verkaufen, ist Sisyphusarbeit. Mit der Affäre Daum sehen sich Kritiker bestätigt: Regiert von selbstherrlichen Vereinskrämern, an vorderster Front ums Haar trainiert von einem Mann, der in Drogengeschäfte und andere halbseidene Delikte verstrickt ist, hat der deutsche Profifußball an der Börse nicht viel verloren.

Rechtsanwalt Gerd Niebaum und Kaufmann Michael Meier, gewiss von anderem Kaliber als der große Rest, müssen auf ihre vielen Fans im Lande hoffen, dass ihr Börsengang einigermaßen glatt über die Bühne geht. Die ablehnende Haltung der institutionellen Anleger zu Borussia Dortmund aber hat gute Gründe. Denn der Wachstumsmarkt Fußball ist in erster Linie ein Wachstumsmarkt Champions League: Nur wer sich regelmäßig ein Ticket für die europäische Champions League sichert, darf allen Ernstes von Kursfantasien sprechen.

Borussia Dortmund wird sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln können: Die Expansion in fußballnahe Bereiche wird nichts daran ändern, dass die Aktie nach Siegen steigen und nach Niederlagen fallen wird. Das BVB-Papier wird nicht im Segment "Freizeit/Medien" geführt, sondern der Branche "Sport/Glücksspiel" zugeordnet. Zu Recht.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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