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Bosch-Chef gegen depressive Stimmung - Raus aus 'Schneckenhäusern'

Bosch-Chef Franz Fehrenbach hat Unternehmer und Regierung zu einer gemeinsamen Anstrengung für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufgerufen.

dpa-afx MÜNCHEN/STUTTGART. Bosch-Chef Franz Fehrenbach hat Unternehmer und Regierung zu einer gemeinsamen Anstrengung für den Wirtschaftsstandort Deutschland aufgerufen. Eines der größten Probleme des Landes sei die depressive Grundstimmung: "Wir müssen endlich aus unseren Schneckenhäusern herauskommen", sagte er in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ/Montagausgabe). Den Vorsitzenden der Geschäftsführung des weltweit zweitgrößten Autozulieferers treibt die Sorge um, dass der Standort von vielen schlechter gemacht werde als er sei. Unternehmen dürften nicht nur ständig bessere Rahmenbedingungen fordern. Sie müssten selbst besser für den Standort arbeiten.

Fehrenbach betonte, es bedürfe der gemeinsamen Anstrengung, der Öffentlichkeit zu erklären, warum Reformen wichtig und richtig seien. Die Robert Bosch Gmbh habe ihre Wurzeln fest im Land, und das solle auch so bleiben. "Wir machen uns was vor, das Heil nur in der Verlagerung in Niedrigkostenländer zu suchen", sagte er in dem Interview. Wer seine Prozesse nicht verbessere, werde letztlich überall Probleme haben. Manche Firmen hätten sich aber durch Managementfehler in eine derart ausweglose Situation gebracht, dass Produktionsverlagerungen vielleicht die letzte Chance böten.

Fehrenbach plädierte für die 40-Stunden-Woche ohne Entgeltausgleich. Die mentalen Hürden jener, die den Kampf um die 35- Stunden-Woche als ihr Lebenswerk betrachteten, seien jedoch noch sehr hoch. Auch müsse sich Deutschland trotz hoher Arbeitslosigkeit, sehr viel stärker für internationale Fachkräfte öffnen.

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