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Bosch-Chef mit Ertrag und Umsatz zufrieden - Risiko Stahlpreise

Der inzwischen weltgrößte Automobilzulieferer Bosch hat wegen der hohen Stahlpreise vor einer Branchenkrise im kommenden Jahr gewarnt.

dpa-afx FRANKFURT. Der inzwischen weltgrößte Automobilzulieferer Bosch hat wegen der hohen Stahlpreise vor einer Branchenkrise im kommenden Jahr gewarnt. Viele Vorlieferanten, deren Wertschöpfung in erster Linie von den Rohstoffkosten abhänge, würden 2005 dramatisch unter Druck geraten, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach der "Börsen-Zeitung" (Donnerstag).

"Wirklich dramatisch wird die Situation für die Automobilindustrie 2005. Selbst bei einem großen Zulieferer wie Bosch sind die Verträge ausgelaufen. Damit schlägt die ganze Verteuerung voll durch." Die große Gefahr sei, dass Unterlieferanten von ihren Banken keine weiteren Kreditlinien bekämen und "damit die Versorgungskette abreißen könnte", sagte Fehrenbach. Obwohl Preiserhöhungen angesichts des Wettbewerbsdrucks kaum durchsetzbar seien, müsse ein Teil der Rohstoffkosten "an den Markt weitergereicht" werden.

Rendite

Fehrenbach bestätigte, dass Bosch 2004 sehr erfolgreich abschneiden werde. Nach früheren Angaben wird der Umsatz bei knapp 40 Mrd. Euro liegen, ein Anstieg um etwa neun Prozent. "In dieselbe Richtung geht auch die Ertragsentwicklung. Ob es zweistellig wird, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend." 2005 will Bosch eine Vorsteuerrendite von sieben Prozent erreichen. "Auch 2004 kommen wir weiter voran, haben die Erreichung des Ziels 2005 aber noch nicht in der Tasche."

Mehr als 25 Mrd. Euro Umsatz macht Bosch im Automotive-Geschäft, den Rest vor allem mit Gebrauchsgütern und Industrietechnik. Die Dynamik in dem Kraftfahrzeuggeschäft sei unverändert stark, sagte Fehrenbach. Der Vorsitzende der Geschäftsführung schloss gezielte Akquisitionen nicht aus, allerdings müssten sich diese mit Kernkompetenzen von Bosch decken. Sollte dieser Fall eintreten, könnte Bosch auch am Kapitalmarkt aktiv werden.

"Wir haben noch keine konkreten Überlegungen, ob wir eine neue Anleihe aufnehmen. Das hängt davon ab, inwieweit sich längerfristig Chancen für Akquisitionen ergeben." Aber selbst eine weitere Übernahme in der Größenordnung von Buderus und Rexroth könne Bosch mit den vorhandenen Mitteln schultern. "Aber man muss natürlich im Auge behalten, was mit dem Zinsniveau passiert. Wenn das Zinsniveau extrem niedrig ist, hätte ich überhaupt nichts dagegen, langfristig Kapital aufzunehmen."

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