Bosch Liftmatic
Backen mit Stil

Mit dem Liftmatic-Backofen bringt Bosch Dynamik in die Küche. Wird die lange erwartete Design-Zukunft doch endlich Wirklichkeit?

„The Kitchen of tomorrow is calling me“, direkt vom Motorama, dem legendären Kommunikations-Event von General Motors im New Yorker Waldorf Astoria, hüpft die Schauspielerin in die Küche der Zukunft. Diese stammt von Frigidaire, jener Marke, die GM-Boss Durant vor dem ersten Weltkrieg ins Leben rief, um die Produktion von Haushaltgeräten nach dem Automobilprinzip zu industrialisieren.

Im Promo-Trailer aus dem Jahre 1956 sieht die Zukunft nicht schlecht aus: minimalistisch gehaltene Kücheneinrichtung, Möbel in Weiß und Anthrazit laminiert und schlicht mit Edelstahl verziert – sie könnten aus einem heutigen Boffi-Showroom stammen. Nicht so die glamourösen Geräte in Populuxe-Ästhetik.

Der Kühlschrank, ein zylindrischer Riese mit verglaster Schiebetür. Per Knopfdruck präsentiert sich der Inhalt auf drehenden Regalen. Der Backofen ist eine durchsichtige Halbkugel, dreht sich zur Hausherrin und öffnet sich zu einem bündig in die Arbeitsplatte gefügten Edelstahl-Tablett.

Die Wirklichkeit sieht anders aus: Zwischen Landhausstil und Retro-Modernismus hat sich der heilige Raum zwar vergrößert; die üblichen Geräte mögen auch größer geworden sein und manche Sonderfunktion haben; Mikrowelle und automatische Espressomaschine stehen bereit. Aber von echten Visionen gibt es im Alltag der Hausköche keine Spur. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die meistzitierte und zugleich heftig kritisierte Innovation der Moderne jene Frankfurter Küche ist, welche 1926 von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky als effizientes Arbeitsplatzminimum gestaltet wurde. Diesem Urbild folgten die DIN-Norm für Möbel und Geräte und der Modulbau nach Maß, später die Zeile für so und so viel D-Mark pro Meter. Trotz allem aber hat die Branche Konjunktur, und sechsstellige Beträge stellen für eine Lifestyle-Küche kein übertriebenes Budget dar.

Oberflächlich betrachtet, gehört der Liftmatic-Backofen von Bosch (Listenpreis 2 699 Euro) genau in diese Liga. Auf Augenhöhe gehängt, erlaubt er den direkten Blick auf die Gerichte. Das Besondere dabei: Per Knopfdruck lässt sich der gesamte Glaskeramik-Boden samt Steuereinheit bis zu einer gewünschten Stelle senken.

Alle Gerichte sind somit während des Backens frei und sicher zugänglich und landen dann sauber auf dem Tisch. Das System mag insbesondere für kaufkräftige Kunden ab 50 konzipiert worden sein, denen das Bücken schwer fällt. Nicht nur bei dieser Zielgruppe verdient es jedoch in puncto Bedienung und Sicherheit volle Beachtung. Lediglich wer noch von amerikanischen Halbkugeln träumt, mag enttäuscht sein: Liftmatic sieht schnörkellos geometrisch, gekonnt einfallslos und somit unwiderstehlich wie deutsches High Tech aus. Gerade das spricht für ein intelligentes Produkt – viele davon gibt es nicht.

Paolo Tumminelli ist Designprofessor an der Fachhochschule Köln und Geschäftsführer von Goodbrands.

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