Boulevard-Journalist galt als Nachfolgekandidat für Springer-Chef August Fischer
Springer-Zeitungsvorstand Larass wechelt zu Pro-Sieben-Sat-1

dpa HAMBURG. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags, Claus Larass, wechselt zur neuformierten Senderfamilie Pro-Sieben 1-Sat Media AG. Er werde zum 1. Dezember 2000 Mitglied des Vorstands, teilte die Münchner Senderfamilie am Montagabend mit. Der 55-jährige werde das neu geschaffene Vorstandsressort "Information, Nachrichten und politische Sendungen" übernehmen und damit Chefredakteur der Senderfamilie aus Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1 und N-24.

Larass habe den Berliner Axel Springer Verlag "um eine einvernehmliche Auflösung seines Vertrages gebeten", hieß es. Der Manager, der das Zeitungsgeschäft verantwortete, wurde lange als Nachfolger von Springer-Chef August Fischer gehandelt. Dessen Vertrag war bis Ende 2001 verlängert worden. "Es reizt mich, nach fast 30 Jahren Print am Aufbau der führenden Senderfamilie in Deutschland mitzuarbeiten", teilte Larass mit. Er habe sich die Entscheidung zwar nicht leicht gemacht, angesichts der Herausforderung und der Chancen der neuen Aufgabe sei sie aber auch "nicht allzu schwer gefallen".

Der designierte Vorstandsvorsitzende der Pro-Sieben-Sat-1 Media AG, Urs Rohner, will mit Larass das "Programmfeld Information in der Senderfamilie konsequent zum zweiten inhaltlichen Standbein neben der Unterhaltung ausbauen". Larass werde maßgeblich dazu beitragen, den Stellenwert journalistischer Inhalte und die Attraktivität der vier Programme zu erhöhen, berichtete Rohner.

Larass blickt auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in den Print- Medien zurück. Nach einem Volontariat und Aufgaben als Redakteur stieg der Journalist 1973 beim Axel Springer Verlag ein. Er leitete die Politik-Ressorts bei der "Welt" und danach der "Welt am Sonntag". Nach fünf Jahren als freier Autor stieg er 1985 als stellvertretender Chefredakteur bei der "Bild am Sonntag" wieder ein. Als Chefredakteur setzte er auch bei der Berliner Tageszeitung "B.Z" und der "Bild"- Zeitung Akzente. 1998 rückt er in die Vorstandsetage des Axel Springer Verlages ein.

In dessen Führungsspitze kam es im Juli zu Veränderungen, ohne dass die Nachfolge von Fischer bisher offiziell bekannt wurde. So übernahm der Chefredakteur der Zeitung "Die Welt", Mathias Döpfner, neben seinen journalistischen Aufgaben im Vorstand den Bereich Elektronische Medien/Multimedia. Vorstandsmitglied Ralf Kogeler wurde zuständig für die Finanzen. Zum 1. Oktober kommt Andreas Wiele vom Verlag Gruner + Jahr hinzu, der sich bei Springer der Auslandsinteressen annimmt und das Vorstandsressort Zeitschriften 2001 übernimmt.

Der Springer Verlag mit einem Umsatz von 5,2 Mrd. DM ist an der neuen Münchner Mediengruppe mit rund 11,5 % beteiligt, Hauptaktionär ist die Kirch GmbH-Media & Co KGaA. Neben Rohner und Larass werden dem Vorstand Ludwig Bauer (Fernsehen), Jürgen Doetz (Medienpolitik und Regulierung) und Lothar Lanz (Finanzen, Dienstleistungen) angehören.

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