Boxen Olympia
Chinas Boxer bessern die Gold-Bilanz auf

Weitere Goldmedaillen für Chinas Boxer: Shiming Zou siegt im Halbfliegengewicht. Silber ging an Serdamba Purevdorj aus der Mongolei, der bereits in der zweiten Runde aufgab. Zhang Xiaopang gewann im Halbschwergewicht gegen den Iren Kenny Egan.

Historisches Gold für China, Debakel für Kuba: Bei den olympischen Box-Wettbewerben sammelten die Gastgeber ihre letzten beiden Goldmedaillen, während die erfolgsverwöhnten Kubaner erstmals seit 20 Jahren ohne Olympiasieg die Heimreise antraten.

Zunächst sorgte Shiming Zou, der von der Aufgabe seines Gegners Serdamba Purevdorj (Mongolei) wegen einer Schulterverletzung profitierte, im Halbfliegengewicht (bis 48kg) für Chinas erstes Boxgold in der Geschichte. Wenig später holte Zhang Xiaoping im Halbschwergewicht (bis 81kg) durch einen 11: 7-Erfolg über den Iren Kenny Egan die 51. und letzte Goldmedaille. Für die Chinesen war es gleichzeitig die 100. Medaille der Sommerspiele.

Das dritte Gold der chinesischen Faustkämpfer verhinderte Roberto Cammarelle. Der Weltmeister sorgte im Superschwergewicht (über 91kg) für Italiens ersten Olympiasieg seit 20 Jahren. Im Finale des Superschwergewichts besiegte er den überforderten Chinesen Zhang Zhilei durch technischen K.o. nach 19 Sekunden in der vierten Runde.

Kein Gold für Kubas Boxer

Die Kubaner erlebten unterdessen bei vier Finalniederlagen ein Fiasko, ohne Gold waren sie zuletzt 1988 in Seoul geblieben. Vor vier Jahren in Athen feierten sie noch fünf Box-Olympiasiege. Auch die einst dominierenden US-Boxer blieben in Peking ohne Gold.

Die deutschen Faustkämpfer hatten sogar die größte Olympia-Pleite seit 80 Jahren erlebt. In Wilhelm Gratschow (Gifhorn/Federgewicht), Konstantin Buga (Berlin/Mittelgewicht), Jack Culcay-Keth (Darmstadt/Weltergewicht) und Rustam Rahimov (Velbert/Bantamgewicht) waren alle vier Starter in der ersten Runde gescheitert.

Bei den elf Entscheidungen in Peking feierten neben China auch die Russen durch Alexej Tischtschenko (Leichtgewicht/bis 60kg) und den WM-Zweiten Rachin Tschachkiew zwei Siege. Tschakiew besiegte im Finale des Schwergewichts (bis 91kg) Italiens Weltmeister Clemente Russo mit 4:2 und revanchierte sich damit für seine Niederlage im WM-Endkampf.

Olympiasiege gab es auch für den WM-Zweiten Badar-Uugan Enkhbat aus der Mongolei im Bantamgewicht (bis 54kg), den Kasachen Bachit Sarsekbajew im Weltergewicht (bis 69kg), den Vize-Weltmeister Somjit Jongjohor aus Thailand im Fliegengewicht (bis 51kg) sowie den Briten James Degale im Mittelgewicht (bis 75kg).

Das erste Olympiagold für die Dominikanische Republik in Peking holte Felix Diaz im Finale des Halbweltergewichts (bis 64kg), während der WM-Zweite Wasyl Lomatschenko aus der Ukraine im Federgewicht (bis 57kg) triumphierte.

Ärger über umstrittene Urteile

Vor den Finals sorgten die zum Teil umstrittenen Urteile für Ärger. "Der einzige Weg zum Sieg wäre gewesen, die Punktrichter K.o. zu schlagen", sagte Paddy Barnes. Der Ire hatte im Halbfinale des Halbfliegengewichts gegen Zou Shiming 0:15 verloren.

Der Box-Weltverband Aiba wehrte sich gegen die Vorwürfe. Der technische Delegierte des Verbandes, Terry Smith, betonte, dass es keine Absprachen gebe. Smith räumte aber ein, dass das Wertungssystem "unter Beobachtung" stehe. Derzeit müssen drei der fünf Punktrichter gleichzeitig eine Taste drücken, damit ein Treffer gewertet wird.

Der Box-Weltverband Aiba hatte unterdessen einen Offiziellen aus Rumänien wegen des "möglichen Versuchs der Manipulation" suspendiert. Es handelte sich um den technischen Delegierten Rudel Obreja, gegen den nun die Disziplinarkommission ermittelt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%