Boxverband kann mehr als zufrieden sein
Deutsche Mini-Staffel holt zwei Medaillen

Die vier deutschen Boxer in Athen haben mit einer Medaillenausbeute von 50 % eine Marke gesetzt, von der fast alle anderen olympischen Sportverbände hier zu Lande nicht mal zu träumen wagen.

HB ATHEN. Mehr noch: Europameister Vitali Tajbert (Velbert/Feder) und der EM-Dritte Rustam Rahimov (Schriesheim/Fliegen) haben am Freitag (12.30 Uhr) die Möglichkeit, ihre Bronzemedaillen zu veredeln. "Das wäre natürlich toll. Aber auch so können wir mit dem bisherigen Abschneiden durchaus zufrieden sein. Unser Konzept hat sich als richtig erwiesen", meinte Verbandspräsident Paul Forschbach (Ernsgaden) entspannt.

Was Forschbach als "Konzept" bezeichnet, hat ihm und seinen Mitstreitern an der Spitze des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) im vergangenen Jahr keine neuen Freunde beschert. Vor allem die Liga-Fürsten liefen Sturm gegen den Beschluss, die Olympia-Kandidaten komplett für die Bundesliga zu sperren und statt dessen den häufigen Vergleich mit den Besten der Welt zu suchen. "Das war aber der einzige Weg, um überhaupt den Anschluss zu behaupten. Wir konnten die Spitzenathleten so ganz gezielt auf die wirklich wichtigen Höhepunkte vorbereiten", erläuterte Chef-Bundestrainer Helmut Ranze (Worms).

Aber die geringe Zahl von nur vier Olympia-Startern schien der Opposition Recht zu geben. "Der eine oder andere mehr hätte es schon sein können. Aber die Qualifikation in Europa ist so hart. Wer sich da durchsetzt, hat in jedem Fall das Zeug für eine Medaille", betonte Ranze schon vor Monaten und behielt Recht. Nach wochenlangen Vorbereitungen mit einigen Trainingslagern holte sich das deutsche Quartett im Juli in Frankreich im Sparring gegen die kubanischen Asse den letzten Olympia-Schliff, der ihnen nun zu doppeltem Medaillenglanz verhalf.

Das ansehnliche Olympia-Abschneiden dürfte zudem einen weiteren positiven Aspekt haben. Deutschlands Boxer haben bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen seit einem Jahr immerhin zehn Medaillen gewonnen. Bei der EM im März sprang sogar Rang zwei in der Länderwertung heraus. "Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können, wenn es um die Etats für den nächsten Olympia- Zyklus geht", glaubt Forschbach.

Dem DBV-Chef würden die Verhandlungen weiter erleichtert, wenn Tajbert und Rahimov ihren olympischen Erfolgskurs fortsetzen könnten. Satt sind beide jedenfalls noch nicht. "Ich bin hierher gekommen, um Gold zu gewinnen. Der Koreaner ist stark, aber ich bin es auch. Ich will ins Finale", kündigte Tajbert vor dem Fight gegen Song Guk Kim (Nordkorea) an. Teamkollege Rahimov demonstriert ähnliche Zuversicht. "Ich will nicht immer nur Bronze. Diesmal bin ich dran", versprach er vor seinem Halbfinale gegen Yuriorki Gamboa (Kuba).

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