BP leidet unter niedrigen Ölpreisen

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BP leidet unter niedrigen Ölpreisen

Der britische Mineralölkonzern BP hat im Sog der gesunkenen Ölpreise einen Gewinneinbruch im vierten Quartal 2001 verzeichnet und erwartet zunächst weiter schwierige Marktbedingungen.

rtr LONDON. Der Reingewinn habe sich im Berichtszeitraum im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 2,204 Mrd. Dollar (rund 2,5 Mrd. ?) nahezu halbiert, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit. Damit lag BP über den Prognosen der Analysten, die im Schnitt mit einem Gewinn von 2,09 Mrd. Dollar gerechnet hatten. Für das Gesamtjahr 2001 wies der Konzern ein Nettoergebnis von 13,178 Mrd. Dollar aus und ist damit weiterhin das profitabelste britische Unternehmen. Die Gewinnzahlen sind um Sonderposten bereinigt und berücksichtigen Lagerbestände wie Produktion auf Basis aktueller Preise.

Nachfrageerholung nicht vor dem zweiten Halbjahr erwartet

BP rechnet mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen. Der Mineralölmarkt befinde sich nach den jüngsten Fördermengendrosselungen durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auch in der ersten Jahreshälfte noch weitgehend im Gleichgewicht, prognostizierte Konzernchef John Browne. Eine Erhöhung der Fördermenge durch das Produzentenkartell könnte erst im zweiten Halbjahr benötigt werden, wenn sich die Nachfrage im Zuge der erwarteten konjunkturellen Erholung verbessere. Auch für das Gasgeschäft sieht Browne keine baldigen Impulse. Der Druck auf die Erdgaspreise in den USA werde auf Grund der weiterhin hohen Lagerbestände anhalten. Für 2002 sagte der Konzern eine Steigerung seiner Öl- und Gasproduktion in Höhe des geschätzten Vorjahreszuwachses von rund 5,5 % voraus.

Analysten stufen BP höher als Shell ein

Zahlreiche Branchenexperten stufen BP, den nach Volumen weltweit drittgrößten Öl- und Gasproduzenten, höher als die Nummer zwei der Branche, die britisch-niederländische Royal Dutch/Shell , ein. Sie begründen dies damit, dass BP bessere Wachstumsperspektiven aufweise und in den vergangenen Jahren seine Kosten- und Produktionsziele besser eingehalten habe als der Konkurrent. Analysten bezeichneten die BP-Zahlen als wenig überraschend. "Man kann sagen: Während Shell auf eine Mauer gestoßen ist, fährt BP weiter", sagte Peter Hitchens von Cheuvreux. Shell hatte vergangene Woche für das vierte Quartal ebenfalls einen Gewinneinbruch um 47 % bekannt gegeben und mit einem Ergebnis von 1,909 Mrd. Dollar am unteren Ende der Expertenerwartungen gelegen. BP-Aktien stiegen an der Londoner Börse bis zum frühen Dienstagnachmittag gegen den Markttrend um 1,57 % auf 550 Pence. Im vergangenen Jahr hatten BP-Papiere eine ähnliche Kursentwicklung verzeichnet wie die Aktien des amerikanischen Branchenführers Exxon Mobil und um elf Prozent besser als die Papiere von Shell abgeschnitten.

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