Branche boomt
Müller warnt vor Wettbewerbsverzerrungen beim Stahl

adx DÜSSELDORF. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks in der internationalen Stahlindustrie warnt Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) vor Verzerrungen durch staatliche Eingriffe. Diese Gefahr bestehe vor allem in den USA und den Beitrittsländern der EU, warnte Müller auf der Jahrestagung der deutschen Stahlindustrie am Freitag in Düsseldorf.

So zeigt die US-Regierung nach Einschätzung des Ministers gegenüber den Forderungen der nationalen Stahlwirtschaft nach Einfuhrbeschränkungen für EU-Stahlimporte zu wenig Widerstand. "Natürlich ist die amerikanische Stahlindustrie wegen des starken Dollars einem beachtlichen Importdruck ausgesetzt, doch rechtfertigt dies nicht, die Grundsätze eines fairen Welthandels und die Regeln der Welthandelsorganisation außer Acht zu lassen", stellte Müller klar.

Bundesregierung unterstützt EU

Der Minister kündigte an, die Bundesregierung werde die EU bei ihren Bemühungen zur Abwehr des US-Stahlprotektionismus unterstützen. Sorge bereitet dem Minister auch die nach seiner Darstellung schleppende Umstrukturierung der Stahlwirtschaft in den EU-Beitrittsländern. "Es besteht die Gefahr, dass durch staatliche Beihilfen der Wettbewerb verzerrt wird", sagte er. Daher müsse die EU-Kommission zügig Vorschläge für eine strikte Beihilferegelung machen.

Mit Blick auf den Klimagipfel in Den Haag stellte Müller der deutschen Stahlindustrie in Sachen Umwelt- und Ressourcenschonung gute Noten aus. Unter anderem seien die Staubemissionen in den vergangenen 25 Jahren je Tonne von 5,0 auf 0,5 Kilogramm gesunken. Der Energieeinsatz je Tonne Walzstahl sei seit 1960 um rund die Hälfte verringert worden. Auch bei Recycling und Verminderung des Ausstoßes von Kohlendioxid habe die Branche erhebliche Fortschritte geleistet: "Stahl ist grün", sagte Müller.

Stahlindustrie boomt

Nach Konjunktureinbrüchen in der Vergangenheit fährt die deutsche Stahlindustrie derzeit auf Hochtouren. Nach einer Prognose der Wirtschaftsvereinigung Stahl wird die Produktion in diesem Jahr gegenüber 1999 um zehn Prozent auf 46,5 Mill. Tonnen und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren steigen. Die Branche profitiert vor allem vom anhaltenden Wirtschaftwachstum in Europa und den USA. Motor ist die Autoindustrie, mit rund 25 % der Produktion wichtigster Abnehmer. Auch für 2001 bleibt die Stahlindustrie optimistisch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%