Branche gibt Übernahmepreis von 17 € pro Aktie an
AOL Time Warner gewinnt Poker um Viva

Der Medienkonzern AOL Time Warner erwirbt ein millionenschweres Viva-Aktienpaket vom britischen Musikkonzern EMI und wird damit größter Aktionär bei dem Kölner Musiksender Viva.

rtr KöLN. Der Viva-Anteil von 15,3 % werde für 52,4 Mill. ? in bar an AOL verkauft, teilte EMI am Freitagnachmittag mit und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Abzüglich der ursprünglichen Investitionen in Viva ergebe sich ein Gewinn von rund 43 Mill. ?, teilte EMI weiter mit. Bereits seit Wochen war über einen Aufbau des Anteils von AOL an Viva spekuliert worden.

AOL Time Warner war bereits an Viva und dem eigenständigen Musikkanal Viva Plus beteiligt. Mit dem Kauf des EMI-Pakets hält der US-Medienriese nun 30,6 % an der Viva Media AG. Eine Sprecherin des Kölner Musiksenders hatte am Freitagmorgen den Bericht nicht kommentieren wollen. Dies betreffe die Anteilseigner und nicht das Unternehmen. Der Kurs der am Neuen Markt gelisteten Viva Medien AG lag am Freitagnachmittag mit 4,73 % im Plus bei 13,72 ?.

Ohne Angaben von Quellen schrieb die SZ weiter, der US-Medienriese, der bereits an Viva und dem eigenständigen Musikkanal Viva Plus beteiligt ist, wolle auch die Viva-Anteile von Vivendi Universal kaufen. AOL Time Warner würde dann insgesamt 45,9 % an Viva Media halten. Deshalb habe AOL Time Warner bereits Vorgespräche beim Bundeskartellamt geführt und strebe eine Mehrheitsübernahme an, berichtete die Zeitung weiter. Dem Artikel zufolge soll der Musiksender Viva für AOL ein weltweites Musikclip-TV aufbauen und dem Musiksender MTV massiv Konkurrenz machen.

Seit Monaten wird über eine Übernahmeschlacht um Viva zwischen AOL Time Warner und Viacom, dem Mutterunternehmen des Konkurrenzsenders MTV, spekuliert. Anfang Juni hatte Viva-Chef Dieter Gorny Gespräche in den USA bestätigt. "Ich war in New York, ich habe geredet, sage aber nicht mit wem", hatte Gorny erklärt.

Spekuliert worden war, dass neben dem Großaktionär EMI auch der Anteilseigner Vivendi Universal seinen ebenfalls 15,3-prozentigen Anteil abgegeben wolle. Nach Angaben aus Branchenkreisen von Anfang Juni sind rund 15 % im Besitz von Unternehmensgründern befindliche Aktien mit den Anteilen von AOL Time Warner in einem Pool gebündelt. Im Streubesitz befinden sich nach früheren Viva-Angaben lediglich 24,2 %.

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