Branche hat seit Tour-Skandal von 1998 nicht viel dazu gelernt
Tour-Organisatoren in der Kritik

Der EPO-Doping-Skandal um Zeitfahr-Weltmeister David Millar sorgt wenige Tage vor dem Tour-Start für Aufregung. Die Veranstalter sind zwar um Schadensbegrenzung für die Frankreich-Rundfahrt bemüht, geben dabei aber eine schlechte Figur ab.

HB BERLIN. Zwar bekamen der Schotte Millar und sein Team-Kollege Eric Vasseur (Frankreich), ein ehemaliger Träger des Gelben Trikots, die Rote Karte für die Tour. Genau wie einige Profis der italienischen Equipe Saeco, gegen die beim vergangenen Giro d'Italia polizeilich ermittelt wurde. Aber Millars französisches Cofidis-Team, gegen das seit Ende Januar wegen organisierten Dopings vorgegangen wird, in das auch der inzwischen geschasste Mannschaftsarzt verwickelt war, darf bleiben.

Als Jésus Manzano (Spanien) gestanden hatte, dass bei Kelme u.a. auch bei der nach außen sauberen Jubiläums-Tour 2003 systematisch Blut-Doping betrieben wurde, folgte die Suspendierung für dieses Jahr auf dem Fuß. "Die Tour-Organisation muss sich an diesem Ungleichgewicht der Behandlung messen lassen", meinte am Sonntag Hans-Michael Holczer, der mit seinem Gerolsteiner-Team ab Samstag zum zweiten Mal an den Start der Frankreich-Rundfahrt gehen wird.

Der ehemalige Oberschul-Lehrer hat die Hoffnung trotz der bedrückenden Doping-Nachrichten dieses Frühjahrs, die auch Lance Armstrong nach Anschuldigungen durch seine ehemalige Pflegerin und andere zum Gegenstand hatten, nicht aufgegeben. "Ich finde schon, dass die strengeren Maßnahmen etwas bewirken. Das, was früher ging, geht heute nicht mehr. Der Trichter wird immer enger", sagte Holczer, der in diesem Jahr "keinen neuen Tour-Skandal" erwartet.

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