Branche nach wie vor stark abhängig von staatlichen Subventionen
Repower will im Frühsommer an den Neuen Markt

Trotz kürzlicher Kurseinbrüche bei einigen Werten der Branche steht das Thema "Regenerative Energien" bei den Anlegern hoch im Kurs. Entsprechend selbstbewusst treibt die Hamburger Repower Systems AG ihre Börsenpläne voran.

DÜSSELDORF/FRANKFURT/M. Noch im Frühsommer strebt der Systemanbieter, Produzent und Vertreiber von Windenergieanlagen ein Listing am Neuen Markt an, sagte Vorstandschef Fritz Vahrenholt dem Handelsblatt.

Repower entstand im abgelaufenen Jahr durch einen Zusammenschluss von vier mittelständischen Unternehmen. 2001 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von über 140 Mill. Euro bei einer zweistelligen Gewinn-Marge. Konsortialführer ist nach Unternehmensangaben Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). Weitere Konsortialmitglieder sollen die Deutsche Bank und die Commerzbank sein, hieß es in Frankfurter Bankenkreisen. Repower habe sich für ein angelsächsisches Institut entschieden, weil auch ein Private Placement in den USA geplant ist, hieß es. Das Unternehmen rechne sich bei institutionellen Anlegern dort sogar bessere Chancen aus als hier zu Lande, war aus unternehmensnahen Kreisen zu hören. Zudem hoffe man, dass die Aktienmärkte dort schneller anspringen.

Paradestück bei Repower ist die 1,5 Megawatt-Anlage MD 70. Mit einem Marktanteil von 16,5 % liegen die Hamburger auf Platz drei in Deutschland. Damit ist das Unternehmen zwar gut positioniert, der Trend geht jedoch zu größeren Turbinen. Die Einnahmen aus dem Börsengang will Vahrenholt in die Entwicklung einer 5 MW-Anlage stecken. Zudem schwebt dem ehemaligen Hamburger Umweltsenator Vahrenholt die Entwicklung einer 3MW- beziehungsweise einer 2 MW-Anlage vor.

Repower tritt gegen Vestas und Nordex an

Größte Konkurrenten von Repower sind Vestas und Nordex. Auf dem Weltmarkt haben sie gemeinsam einen Anteil von rund 25 %. Nordex schätzen die Analysten vor allem deshalb, weil das Unternehmen aus Norderstedt im Ausland sehr aktiv ist. Erst am Dienstag erhielt die Firma einen Auftrag in Schottland über 21 Mill. Euro. Außerdem sei Nordex zu niedrig bewertet, sagt Patrick Hummel, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er empfiehlt, die Bestände an der Aktie zu erhöhen. Weiterer Pluspunkt: Nordex wird ab dem 18. März in den Auswahlindex Nemax 50 aufrücken. Schon jetzt ist das Interesse institutioneller Anleger dadurch merklich angestiegen.

Ökologisch orientierte Anleger stoßen beim Thema "Regenerative Energien" weiter auf Plambeck, Energiekontor, P&T Technologies und Umweltkontor. Die vier am Neuen Markt notierten Firmen planen und betreiben Windparks. Favorit der Analysten ist Energiekontor. "Das Unternehmen ist auf Windkraft fokussiert und hat viel Erfahrung im Auslandsgeschäft", sagt LBBW-Analyst Hummel, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Die Expansion ins Ausland hält Georg Waldner, Analyst bei der österreichischen Erste Bank für sehr wichtig, da die Projektierer in Deutschland nicht unbeschränkt wachsen können. Beide Analysten finden auch P&T interessant. Die Aktien seien unterbewertet.

Die Auswahl an börsennotierten Solarenergie-Unternehmen ist nicht ganz so groß. Sonnenstrom ist durch die aufwändige PhotovoltaikTechnik und wegen des teuren Siliziums relativ teuer. Zudem müssen die Firmen gegen Wettbewerber wie RWE, BP, Sanyo und Sharp antreten, die auch Solaranlagen-Teile herstellen. Solarworld, ein im Freiverkehr gehandeltes Papier, sieht Gudrun Egger von der Erste Bank als Outperformer. Die Firma habe die Prognosen im abgelaufenen Jahr übertroffen. "Interessant wird, ob es Solarworld mit der geplanten Siliziumproduktion gelingen wird, Silizium um die Hälfte billiger anzubieten", sagt Egger. Sunways, ebenfalls am Neuen Markt notiert, sehen die Analysten der LBBW als risikoreiche Anlage. Die Firma habe zuletzt ihre Prognosen reduziert.

Ein Problem belastet die ganze Branche: Da Strom aus erneuerbaren Energien teuer ist, muss der Staat kräftig Subventionen zuschießen. Alfred Voß, Professor am Institut für Energiewirtschaft der Universität Stuttgart und Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestags zur nachhaltigen Energieversorgung sieht darin eine Gefahr: "Wenn die Subventionen irgendwann gekappt werden, ist eine ganze Industrie gefährdet."

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