Branche rechnet mit einem Umsatz auf hohem Niveau
Aluminiumindustrie erwartet schwächere Nachfrage

Die deutsche Aluminiumindustrie erwartet für die nächsten Monate eine "Abschwächung auf hohem Niveau". Armin Weinhold, Präsident des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA), sprach in Düsseldorf in diesem Zusammenhang von einer "Normalisierung der überhitzten Nachfrage".

kv DÜSSELDORF. Man solle nicht übermütig werden, sagte Weinhold mit Blick auf den bis ins erste Quartal 2001 reichenden "Boom", der sich in einem Anstieg des Umsatzes um knapp ein Zehntel auf 25 Mrd. DM im vergangenen Jahr zeigte. Damit hat die Branche einen neuen Rekord geschafft.

Seit einigen Monaten - und nicht erst nach den US-Terroranschlägen vom 11. September - hätten sich Nachfrage und Auftragseingänge abgeschwächt. Die Folgen seien rückläufige Kapazitätsauslastungen, kürzere Lieferzeiten und intensiverer Wettbewerb, so Weinhold. Es gebe aber keinen Grund, von einer Rezession in der Branche zu sprechen.

Insbesondere in den konsumnahen Bereichen wie Verpackungen aus Aluminium und Anwendungen in der Autoindustrie verharre die Nachfrage auf gutem Level. Im Gesamtjahr erwarte die Branche einen Umsatz "auf dem hohen Niveau des Vorjahres". Noch bis in den Sommer hinein habe man mit einem neuen Rekordjahr gerechnet. Im Einzelnen werde die Produktion von Hüttenaluminium stagnieren. Beim Umschmelzaluminium sei dagegen noch ein Zuwachs von 8 % wahrscheinlich. In der Verarbeitung dürfte die Produktion von Halbzeug um 2 bis 3 % sinken. Beim Formguss, der vornehmlich in der Autoindustrie als Motor- und Zylinderblöcke Verwendung findet, sei ein Zuwachs von 1,5 % möglich.

Insgesamt wertete GDA-Hauptgeschäftsführer Christian Wellner die derzeitige Konjunktursituation in der Aluminiumindustrie als eine Delle, die wohl bis zum zweiten Quartal 2002 andauern werde. Auch angesichts der weltpolitischen Lage sei eine Prognose für das Gesamtjahr schwierig. Weinhold: "Wir haben jedoch die Hoffnung, dass sich die Situation für unsere Branche im zweiten Halbjahr wieder bessert."

Aluminium findet seine Hauptmärkte in Deutschland zu gut 40 % im Verkehrssektor, zu 18 % im Bau, zu 9 % im Maschinenbau und zu 7 % in der Verpackung. Zunehmend verstärke sich der Trend, das glänzende Metall in das optische Produktdesign einzubeziehen. Auch der Einsatz in der Karosserie und im Inneren des Autos biete mittelfristig gute Wachstumschancen. So rechnet Weinhold damit, dass der Aluminiumverbrauch pro Jahr in Deutschland um 4 bis 5 % zulegen wird. Klarer Spitzenreiter werde der Verkehrsbereich sein, bei dem man von 7 bis 8 % ausgehen könne. Unterdurchschnittlich würden die Anwendungen im Bau mit 2 bis 3 % wachsen.

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