Branche setzt auf neues Festpreissystem
Medizintechnik hofft auf mehr Investitionen der Kliniken

"Die Gynäkologie ist heute der wirtschaftlichste Bereich der Kliniken. Hier werden die Frauen umworben, und die Abteilungen investieren in moderne Geräte und Marketing." So wünscht sich Hans-Peter Bursig, Geschäftsführer des Fachverbandes Elektromedizinische Technik im ZVEI, die Krankenhäuser der Zukunft.

gil DÜSSELDORF. Heute haben, so der Verband, Sparmaßnahmen und Deckelung der Investitionen zu einem Investitionsstau von 10 bis 15 Mrd. Euro in Kliniken und anderen Bereichen des Gesundheitssystems geführt.

Die Anbieter von Medizintechnik in Deutschland hoffen auf die Einführung des Festpreissystems im Krankenhausbereich zum Jahresanfang 2003. Dann sollen fixe Preise für die Versorgung einzelner Patienten mit einer bestimmten Diagnose eingeführt werden. Die Operation eines Blinddarms kostet dann einen einheitlichen Betrag, egal wie lange die Operation dauert und wie lange der Patient anschließend im Krankenhaus bleibt. "Der Beitrag von Investitionen zur Effizienz der Prozesse im Krankenhaus wird dann sichtbar", betont Frank Anton, Vorsitzender des Fachverbandes Elektromedizinische Technik im ZVEI.

Denn daran hat es nach Ansicht der Industrie bisher gefehlt, obwohl es, wie die heute beginnende Fachmesse Medica in Düsseldorf zeigt, reichlich moderne Geräte gibt, deren Anschaffung langfristig wirtschaftlicher ist als die häufige Reparatur veralteter Anlagen.

Erfolge im Export

Die Folge des bisherigen Abrechnungssystems ist ein weitgehend stagnierender Inlandsmarkt für Medizinprodukte. Besonders die Anbieter von Röntgengeräten haben darunter zu leiden. Während der gesamte Inlandsmarkt für Medizintechnik im vergangenen Jahr um 2,7 % auf 9,7 Mrd. DM kletterte, schrumpfte der Markt für bildgebende Diagnostik in Deutschland um knapp 11 % auf rund 1 Mrd. DM. Für 2001 erwartet der Vorsitzende des Fachverbandes Medizintechnik, Michael Koller, im Inland eine Stagnation. Das erste Halbjahr brachte ein Plus von 7,7 %, was der Verband aber mit einem Basiseffekt wegen des im Vergleich sehr schlechten ersten Halbjahr des Vorjahres erklärt.

Besser sieht es für die Anbieter von Medizintechnik im Ausland aus. Im vergangenen Jahr legte der Export um 21,3 % auf 12,5 Mrd. DM zu, im ersten Halbjahr 2001 gab es immerhin noch ein Plus von 13,2 %. Ernst Pohlen, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen feinmechanischen und optischen Industrie, sieht den Erfolg der deutschen Medizintechnik vor allem in dem hohen Qualitätsstandard. Hinzu kommt, ergänzt Pohlen, dass der Mittelstand das Exportgeschäft jetzt forciert und neue Märkte wie Brasilien bearbeitet. Deshalb erwartet er, dass der Auslandsanteil weiter steigen wird, obwohl die deutschen Anbieter international auf starke Konkurrenz von Anbietern aus den USA und Japan treffen - den beiden anderen großen Herstellerländern.

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