Branche setzt weiter auf das Auslandsgeschäft
Hypothekenbanken erwarten schweres Jahr

Dieses Jahr wird für die Hypothekenbanken kein leichtes. Dennoch gibt es einige Entwicklungen, die die Branche zuversichtlich stimmen. Diese Einschätzung traf gestern Karsten von Köller, Präsident des Verbandes deutscher Hypothekenbanken und Vorstand der Rheinhyp.

nw FRANKFURT/M. "Wir haben keine Hoffnung auf große Steigerungsraten", sagte von Köller. Das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung werde geringfügig steigen oder auf dem Vorjahresniveau verharren. Für das Staatskreditgeschäft rechnet er mit einem Rückgang. Auch im Gewerbekreditgeschäft im Ausland - in der Vergangenheit ein profitabler Wachstumsträger - lasse die einsetzende Marktkonsolidierung erwarten, dass die Wachstumsraten deutlich geringer ausfallen werden als in den Vorjahren. Im Gewerbekreditgeschäft fließt jeder zweite Euro ins Ausland.

Zusätzliche Ertragspotenziale erhofft sich die Branche von der Novelle des Hypothekenbankgesetzes, die den Instituten mehr Geschäftsmöglichkeiten im margenstarken Ausland und bei Immobiliendienstleistungen gibt.

In 2001 ging das Neugeschäft zum zweiten Mal in Folge zurück. Mit 45,9 Mrd. Euro sind insgesamt knapp 2 % weniger Hypothekarkredite als im Vorjahr zugesagt worden, im Ausland konnte jedoch eine Steigerung erzielt werden. Im Staatskreditgeschäft lag das Neugeschäft mit 91,6 Mrd. Euro gut 15 % unter dem Vorjahr. Im Wohnungsfinanzierungsgeschäft sei das im langfristigen Vergleich niedrige Zinsniveau eine Stütze gewesen. Das werde auch in diesem Jahr voraussichtlich noch der Fall sein, sagte von Köller. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 9. April, dass einem Verbraucher nach dem deutschen Haustürwiderrufsgesetz eine Widerrufsmöglichkeit bei grundpfandrechtlich gesicherten Krediten zustehe, sei für die Kunden nur vordergründig positiv. Die Banken müssten sich bei einer eventuellen Gesetzesänderung in Deutschland gegen das erhöhte Widerrufsrisiko absichern und ihre Margen erhöhen.

Aufgrund sinkenden Refinanzierungsbedarfs und ungünstiges Kapitalmarktumfeld seien 2001 mit 149 Mrd. Euro 21 % weniger Pfandbriefe und nicht deckungspflichtige Papiere abgesetzt worden.

Quelle: Handelsblatt

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