Branche sucht Wege aus der Krise
Handys werden teurer

Während auf der Cebit 2001 das mobile Internet als Wachstumssegment der Zukunft herausgestellt wird, zeichnet sich ab, dass Handys in diesem Jahr wieder teurer werden. Die aggressiven Wachstumsstrategien der Mobilfunkbetreiber sind kaum noch finanzierbar.

dri/slo/pos/HB DÜSSELDORF. Jürgen von Kuczkowski, Geschäftsführer des deutschen Mobilfunk-Marktführers D2 Vodafone, kündigte gegenüber dem Handelsblatt an, dass sein Unternehmen Handys künftig nicht mehr so hoch wie bisher subventionieren werde. Den Preis des Mobiltelefons muss dann der Kunde sofort bezahlen, es sei denn, die Handyhersteller von Nokia bis Siemens senken ihre Preise. Heute werden die Geräte bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder Kauf einer Prepaidkarte (Guthabenkarte) vom Netzbetreiber subventioniert, der dann über die Vertragslaufzeit die Subvention durch höhere Minutenpreise oder Grundgebühren wieder hereinzuholen versucht.

Seit weltweit die Aktienkurse der Mobilfunkanbieter eingebrochen sind, setzen die Unternehmen nicht länger auf teures Kundenwachstum, sondern auf Umsatz und vor allem Gewinn. Auch René Obermann, Chef der deutschen Telekom-Mobilfunktochter T-Mobil, hat sich bereits für eine Reduzierung der Handy-Subventionen ausgesprochen. Dabei geht es vor allem um die Angebote von Handys mit Guthabenkarte. Deren Käufer telefonieren erheblich weniger als Kunden mit Zweijahresverträgen. Das liegt an den im Vergleich hohen Minutenpreisen und am oft jugendlichen Kundensegment, das gerne das Handy in erster Linie als Statussymbol betrachtet und es nur bereithält, um sich anrufen zu lassen.

Die geplanten Preisanhebungen treffen die IT-Branche zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Absatzzahlen im PC- und Server-Bereich sowie bei der Netz-Infrastruktur gehen - Hand in Hand mit der Abschwächung der US-Wirtschaft - zurück, und viele Unternehmen der IT-Branche fokussieren sich auf das neue Geschäftsfeld des mobilen Internets und des M-Commerce (Mobile Commerce). Der Erfolg dieser Geschäftsmodelle hängt aber stark von der Marktdurchdringung mit mobilen Endgeräten wie Handys oder Organizern ab. Wenn die laufenden Kosten für die Zugangsgeräte aber zu hoch sind, bleibt weniger Geld für die Inhalteanbieter, die immer stärker darauf angewiesen sind, früher werbefinanzierte Inhalte nun beim Kunden abzurechnen.

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