Branche will sich in Berlin präsentieren
Reisemarkt mit stabilen Wachstumsraten

ap BERLIN. Zwei Tage vor der Eröffnung der weltgrößten Reisemesse in Berlin hat sich die Branche als stabiler Wachstumsmarkt präsentiert. Zugleich wurde aber vor den Gefahren des Massentourismus gewarnt, denen etwa das Mittelmeer ausgesetzt ist. Die deutsche Hauptstadt selbst erwies sich im Jahr nach dem Regierungsumzug mit Zuwachsraten um 20 % als Magnet für Schaulustige. Am Samstag wird die ITB eröffnet, bei der mehr als 10 000 Aussteller aus aller Herren Ländern ihre Produkte präsentieren.

Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) kritisierte die zunehmende Umweltgefährdung an den Mittelmeerküsten durch den Massentourismus. Die Industrie müsse dringend lernen, Naturparadiese zu schützen, von denen sie letztlich abhänge. WWF-Experte Peter DeBrian sagte am Donnerstag, die Zahl von derzeit rund 220 Mill. Reisenden rund um das Meer werde bei ungebremster Entwicklung in 20 Jahren auf 350 Mill. steigen. Dies könne den Kollaps einzelner Regionen nach sich ziehen. Als besonders gefährdet gelten die Balearen, die tunesisch-algerische und die dalmatinische Küste.

Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen

Berlin zog 2000 mehr Touristen an als je zuvor. Rund 5,01 Mill. Gäste aus aller Welt kamen in die Hauptstadt, die Zahl der Übernachtungen stieg um rund ein Fünftel auf 11,4 Mill.. "Wir haben meinen 'Lieblingsfeind' München abgehängt", sagte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing-Gesellschaft, Hanns-Peter Nerger. Weitere Steigerungen in diesem Jahr erhofft er sich vor allem von den Veranstaltungen der "Gay Community". Drei der größten europäischen "Gay-Events" - darunter der Christopher-Street-Day - ziehen Homosexuelle immer stärker nach Berlin.

Auch für den Deutschlandtourismus allgemein war 2000 ein Rekordjahr. Mit 108,2 Mill. Gästen und 326,2 Mill. Übernachtungen wurde nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts ein Höchststand erreicht, wie der Präsident des Deutschen Tourismusverbands, Jürgen Linde, in Berlin mitteilte. Das entspreche einer Steigerung von sechs Prozent sowohl bei den Gäste- als auch bei den Übernachtungszahlen. Zu diesem "Rekordjahr im Inlandstourismus" hätten die ausländischen Gäste mit zehn Prozent Zuwachs beigetragen.

Durchschnittliche Haupturlaubsreise dauert 12 Tage

Die Bundesbürger verkürzen ihre Haupturlaubsreise stetig. Inzwischen sei ein Tiefststand von durchschnittlich 12,1 Tagen erreicht, sagte der Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verbands (DRV), Klaus Laepple. Der Trend gehe zu Zweit-, Dritt- oder Mehrfachreisen. Der Durchschnittspreis für die Hauptreise liege konstant bei rund 1 050 DM.

Im Ausland führen Laepple zufolge "auf der Mittelstrecke" nach wie vor Spanien und Italien als Reiseziele für Deutsche. Absolutes Trendziel im vergangenen wie in diesem Jahr sei aber, gemessen an den Zuwachsraten, die Türkei. Sie habe 2000 um 28,8 % zugelegt, und 2001 liege der Zuwachs noch deutlich höher. Auch die Schwarzmeerküste mit Ländern wie Rumänien und Bulgarien sowie das östliche Mittelmeer mit Kroatien erfreuten sich zunehmender Besucherzahlen aus Deutschland, sagte der Verbandspräsident.

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