Branchen-Primus profitiert von Anteilsabbau
Deutsche Bank: Analysten erwarten Ergebnisanstieg

Am Montag legt die Deutsche Bank ihre Quartalsbilanz vor. Einer Umfrage unter Analysten zufolge dürfte die Bank von dem Abbau ihrer Beteiligungen an der Münchener Rückversicherung und der Allianz profitiert haben. Auch zu neuen Fusionsgerüchten äußerten sich die Experten.

rtr/ vwd - FRANKFURT. Die Deutsche Bank hat nach Einschätzung von Analysten im ersten Quartal vor allem von dem Abbau ihrer Beteiligungen an der Münchener Rückversicherung und der Allianz profitiert. Von Reuters befragte Analysten erwarten bei den am Montag anstehenden Quartalszahlen deshalb einen Anstieg des Vorsteuerergebnisses auf 1,25 Milliarden Euro nach 912 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Bank reduzierte im ersten Quartal ihren Anteil an dem weltgrößten Rückversicherer auf 5,51 Prozent von 7,2 Prozent und die Beteiligung an der Allianz auf 3,34 Prozent von vier Prozent. Zu Schlusskursen vom Mittwoch hatten die Anteils-Reduzierungen einen Börsenwert von rund 850 Millionen Euro (Münchener Rück) sowie knapp 300 Millionen Euro (Allianz). Zum Jahresende 2001 betrug der Wert der Deutsche-Bank-Beteiligungen knapp 15 Milliarden Euro.

Einige Analysten äußerten sich auch zu den neuesten Fusions-Prognosen. Demnach sei die Deutsche Bank nur im Falle einer weiteren Verschlechterung des Börsenumfelds als Übernahmekandidat zu sehen. Ansonsten gehöre das größte europäische Institut in der Branche eher zu den Käufern anderer Institute, meinen etwa die Experten von WestLB Panmure. Die bisherigen Akquisitionen der Bank im europäischen Ausland sprächen allerdings kaum für Zukäufe im Retail-Bereich. Im Falle einer kaum zu erwartenden deutlichen Verschlechterung des Umfeldes brächte allerdings eine "Notfusion" etwa mit der Schweizer Credit Suisse Group hinreichende Kosteneinsparungen mit sich, fügen sie hinzu.

Zur Komplementarität zählten eine ausgewogene Präsenz im Investment-Banking auf beiden Seiten des Atlantiks und eine deutliche Verbesserung im Private Banking außerhalb der Schweiz. Den Startschuss für eine umfassende Konsolidierung des europäischen Finanz-Sektors erwarten die Experten frühestens ab 2003. Volker von Krüchten von der BHF-Bank hält eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und der US-Großbank Citigroup nach wie vor für unwahrscheinlich. Angesichts der aktuellen Börsenbewertung der deutschen Großbanken sei 2002 nicht mit grenzüberschreitenden Fusionen unter Gleichen zu rechnen.

Die deutschen Institute müssten zunächst ihre Rentabilität verbessern, wodurch sich auch die Marktkapitalisierung erhöhen würde. Zwar könne sich die Citigroup die Deutsche Bank leisten, doch verfügten beide Institute in etwa über die gleiche Bilanzsumme, erläuterte von Krüchten. Mit 264 Milliarden Euro übersteige die Marktkapitalisierung der Citigroup die der Deutschen Bank (rund 43 Milliarden Euro) um das Sechsfache. Dies könne ebensowenig wie auch im Fall einer Fusion zwischen der Deutschen Bank und der Londoner Lloyds TSB Group plc gut gehen.

Seit Monaten reißen die Fusions- und Übernahmespekulationen um die deutschen und europäischen Großbanken nicht ab. Zuletzt war neben einer Übernahme der Deutschen Bank durch die Citigroup am Markt auch über ein mögliches Zusammengehen zwischen Deutscher Bank und der TSB Lloyds Group gemutmaßt worden. Auch über eine Fusion von Lloyds mit Merrill Lynch wurde spekuliert.

Zu Anlageempfehlungen wurden folgende Banken befragt:
Bank / Urteil bzw. Rating
ABN Amro / Hold
Bankhaus Metzler / Verkaufen
Bear Stearns / Neutral
Berenberg Bank / Akkumulieren
BHF-Bank / Halten
Commerzbank / Hold
CSFB / Hold
DZ Bank ´ / Akkumulieren
Fox-Pitt-Kelton / Attractive
Goldman Sachs / Market Outperformer
HSBC / Reduce
HVB Group / Outperform
Julius Bär / Hold
LBBW / Outperformer
Merck Finck & Co / Outperformer
MM Warburg / Kaufen
Sal Oppenheim / Outperformer
Societe Generale / Hold
West LB Panmure / Outperform

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