Branchendienst beklagt mangelnde Datenqualität und Transparenz
Neue Rating-Studie bietet Orientierung bei Lebensversicherern

Die Huk-Coburg ist zwar auf "mm" abgerutscht, was laut Rating-Raster immer noch ein "sehr gut" bedeutet.

ali DÜSSELDORF. Das map-Rating berücksichtigt Kennzahlen aus den Bereichen Bilanz, Service- und Vertragsqualität. Für die Bewertung ziehen die Branchentester aber die Geschäftsberichte der vergangenen zwölf Jahre heran. Daraus erklärt sich auch, warum etwa die in die Schlagzeilen geratene Hannoversche Leben noch mit "mm", also "sehr gut" abschneidet. "Bei allen sicherlich berechtigten Zweifeln kann man in einem langfristig orientierten Rating die überragenden Leitungen der Hannoverschen für ihre Kunden in der jungen Vergangenheit nicht völlig übergehen", sagt map-Chefredakteur Manfred Poweleit. Zudem würden 20 der 63 Punkte der Hannoverschen daraus resultieren, dass die Kunden höchst zufrieden mit ihrem Versicherer seien.

Die Hannoversche hat als einer der ersten Anbieter die Überschussbeteiligung drastisch auf 5 % gesenkt. Mittlerweile deutet sich aber an, dass die gesamte Branche nachziehen wird. Hochgestuft auf die Note "mm" wurden die Gesellschaften Süddeutsche, Asstel, Landeslebenshilfe und die R+V Versicherungen. Die Lebensversicherung von 1871 ist auf "m" abgerutscht.

Das map-Team will aber ihr Rating nicht als Prognose für künftige Top-Leistungen der Gesellschaften verstanden wissen. Das Rating zeige nur, wer in jüngster Vergangenheit eine herausragende oder sehr gute Gesamtleistung für den Verbraucher abgeliefert habe, heißt es. Außerdem zeigt sich, dass "groß" nicht immer mit "gut" gleichzusetzen ist. So schneidet die Nummer 27 im Markt, die Neue Leben, deutlich besser ab als die Hamburg-Mannheimer, zweitgrößter deutscher Lebensversicherer. Map-Chefredakteur Poweleit zweifelt indes daran, ob sein Team auch nächstes Jahr eine Aktualisierung des Ratings erarbeiten kann. "In der größten Branchenkrise der Nachkriegszeit, ausgelöst durch ein Aktiendesaster, fehlen ausgerechnet entscheidende und verlässliche Informationen zur Aktienquote und Nettorendite, zu stillen Lasten und Bewertungsreserven", klagt Poweleit.

Beispiel Bewertungsreserven: Sie entstehen, wenn eine Anlage am Markt höher bewertet ist als in der Bilanz. Das Problem dabei ist, dass nicht unterschieden wird, ob diese Reserven schnell realisierbar sind, oder etwa in betriebsnotwendigen Beteiligungen stecken. Bei der Aktienquote als anderes Beispiel weisen die Bilanzen nur die direkt gehaltenen Anteile aus. Wie viele Aktien indirekt in den Fonds stecken, wird nicht ausgewiese

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