Archiv
Branchenexperte gibt Ex-Konzernchef Piëch Mitschuld an VW-Misere

Ex-Volkswagenchef Ferdinand Piëch trägt nach Ansicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöfer eine erhebliche Mitschuld an der miserablen Situation, in der Europas größter Autokonzern derzeit steckt. "Die Strategie von Piëch, Volkswagen gegen Mercedes und BMW zu positionieren, war falsch und hat viel Geld gekostet", sagte der Geschäftsführer des Prognoseinstituts B & D Forecast der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Piëchs Nachfolger Bernd Pieschetsrieder sei zwar "systematisch dabei, den Konzern so umzubauen, dass er langfristig ertragfähig ist", dafür benötige er jedoch "Zeit und Verständnis bei der Belegschaft".

dpa-afx BERLIN. Ex-Volkswagenchef Ferdinand Piëch trägt nach Ansicht des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöfer eine erhebliche Mitschuld an der miserablen Situation, in der Europas größter Autokonzern derzeit steckt. "Die Strategie von Piëch, Volkswagen gegen Mercedes und BMW zu positionieren, war falsch und hat viel Geld gekostet", sagte der Geschäftsführer des Prognoseinstituts B & D Forecast der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Piëchs Nachfolger Bernd Pieschetsrieder sei zwar "systematisch dabei, den Konzern so umzubauen, dass er langfristig ertragfähig ist", dafür benötige er jedoch "Zeit und Verständnis bei der Belegschaft".

Das VW-Management fordert in den laufenden Tarifverhandlungen von der Belegschaft zwei Nullrunden sowie weitere Einschnitte wie weniger Überstundenzuschläge. Insgesamt sollen die Arbeitskosten bis 2011 um 30 % gesenkt werden, um wettbewerbsfähig zu werden.

Dudenhöfer kritisierte, dass Piëch "unnötig viel Geld in Luxusmodelle wie Phaeton, Bugatti und Bentley investiert habe, statt das Brot-und-Butter-Auto Golf preiswerter zu machen." Allein mit dem Phaeton-Projekt "wird eine Milliarde Euro verbrannt", sagte der Branchenexperte. Die anderen Modelle seien vernachlässigt worden. Andere Konzerne würden inzwischen im Golf-Segment viel preiswertere, attraktive Modelle anbieten.

"Volkswagen wird in diesem Jahr viel Mühe haben, mit der Marke VW an den roten Zahlen vorbei zu kommen", prophezeite Dudenhöfer. Wesentlicher Grund für die schwierige Situation des Konzerns seien vor allem die hohen Lohnkosten in Deutschland. "Wenn VW es nicht schafft, die Kosten deutlich zu senken, wird der Konzern Werke nach unten fahren und Kapazitäten im Ausland aufbauen müssen", so der Autoexperte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%