Branchenführer am Ende
Krise der Sportportale: Branchenführer Quokka Sports vor dem Konkurs

Immer mehr Internet-Sportportale geraten in die Krise: Werbeeinnahmen fließen nicht mehr, das Geld geht aus. Jüngstes Beispiel ist Branchenführer Quokka Sports. Das Unternehmen steht vor dem Aus.

"Wir hatten Olympia und NBC, und wenn es mit diesen Partnern nicht geht, glaube ich nicht, das es überhaupt funktioniert", so wird ein ehemaliger Angestellter von Quokka Sports zitiert. Aber auch der Branchenführer der amerikanischen Sport-Internetanbieter muss mittlerweile aufgeben und steht vor dem Konkurs. Für einen Neuanfang sollen in der nächsten Zeit die Filetstücke der Firma veräußert werden. Wir werden unsere Technologie und so wichtige Websites wie nbc.olympics.com und golf.com verkaufen", erklärte Quokka-Chef Alan Ramadan. Im Frühjahr hatte die in San Francisco ansässige Firma schon fast alle Rechte im College-Sport, in den Vereinigten Staaten ein lukratives Angebot, verkauft.

In der Vergangenheit war Quokka Sports der Vorreiter auf dem amerikanischen Markt. Für die Juwelen des amerikanischen Sports, also American Football, Basketball, Baseball und Eishockey, sowie Golf und Olympia baute und pflegte die Firma Websites und vermarktete sie. Das ist schon vergleichbar mit einem europäischen Anbieter, der die Rechte an der Formel 1 und der Fußball-Champions League hätte. Zusätzlich war Quokka führend im Streaming-Bereich bei Video-Übertragungen von Sportereignissen. So testete das Unternehmen während der Olympischen Sommerspiele in Sydney in den USA, Finnland und in Sydney selbst territorial begrenzte Video-Übertragungen im Internet von den olympischen Wettbewerben.

Umstrukturierung kam zu spät

Doch bei dieser technischen Umsetzung hat sich die Firma verspekuliert. Für den Quokka-Chef Ramadan ist Unternehmen aus drei Gründen gescheitert. Zum einen sind die Werbeeinnahmen dramatisch zurückgegangen, das Kapital ist Quokka ausgegangen und die Installation der High-Speed-Networks war ein Fehler, weil sie einige Jahre zu früh gekommen ist. Das Unternehmen investierte dreistellige Millionenbeträge in die Installation von High-Speed-Networks, Geld das jetzt fehlt. "Die Experten haben den Bedarf an dieser Technik zwei bis drei Jahre zu früh prognostiziert. Hätten wir das gewusst, hätten wir das Geld woanders investiert", meinte Ramadan.

Die Rettungsversuche der letzten Monate haben auch keine Früchte mehr getragen. Im März wurden schon 59 Prozent der 369 Angestellten entlassen. Gleichzeitig wurde die Firma umstrukturiert. Auf der einen Seite sollen die Betreuung der Websites und die Live-Übertragungen weiter fortgeführt werden und über den Verkauf an Sponsoren finanziert werden. Der Technologie-Bereich soll in Zukunft eigenständig werden. Neben der technischen Umsetzung der eigenen Berichterstattung soll diese Abteilung dann eigenständig auch für andere Anbieter Content und die technische Umsetzung leisten. Jetzt sitzen noch ein Rumpfteam von zehn Mitarbeitern in den leeren Büros und wickelt das Unternehmen ab.

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