Branchenindex läuft seitwärts – Banken hatten ein Plus von bis zu 15 Prozent versprochen
Hedge Funds verfehlen hohe Zielvorgabe

Mit Hedge Funds sind die Anleger in den ersten sieben Monaten dieses Jahres zwar besser gefahren als mit den traditionellen Anlageformen Aktien und Anleihen. Dennoch herrscht Katzenjammer: Denn viele Banken hatten den Anlegern bei der Auflage von Hedge-Funds-Zertifikaten noch mehr versprochen.

FRANKFURT/M. Das Interesse an Hedge Funds ist in jüngster Zeit abgekühlt. Grund: Die Anlageresultate bleiben hinter den Erwartungen der Investoren und den Versprechen der Banken zurück.

Hedge Funds sind keine Investmentfonds, sondern aus einer kleinen Gruppe von Experten bestehende Kapitalsammelstellen, die weitgehend unreguliert oftmals von den Steueroasen der Welt aus agieren. Diese "Mini-Investmentbanken" nutzten die Baisse vergangener Jahre, um sich in der Welt der Anleger zu positionieren. Da Hedge Funds bei der Umsetzung ihrer Anlagestrategien relativ frei sind und auch auf sinkende Kurse spekulieren können, profitierten die meisten dieser Geld-Sammelbecken von der negativen Börsenentwicklung. Die hochgesteckten Erwartungen der Anleger erfüllten die Hedge Fund-Branche insgesamt allerdings nicht.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wies der CSFB/Tremont Hedge-Fund-Index einen marginalen Rückgang von 0,03 % auf. Dieser Index deckt die wichtigsten Hedge-Fund-Strategien ab und reflektiert die Anlageresultate von rund 2600 Hedge Funds mit einem Mindest-Anlagevolumen von 10 Mill. $. Weltweit gibt es etwa 6000 HedgeFunds. Obwohl zuletzt auch große Indexberechner wie S&P Indizes kreiert haben, die die Wertentwicklung der Branche abbilden, zweifeln Fachleute die Aussagekraft solcher Hedge Fund-Indizes immer wieder an. "Hedge Funds kann man nicht in eine Schublade stecken", sagt Alex Ineichen von UBS Warburg. Er begründet dies damit, dass eine Kategorisierung dieser Finanzgesellschaften schwierig und jede Einstufung daher subjektiv sei. "Jeder Versuch, die Leistungen einzelner Hedge Fund-Strategien messen zu wollen, wäre nicht nur sehr ambitioniert, sondern vor allem auch nicht repräsentativ", sagt Ineichen.

Hedge Funds besser als Aktien-Indizes

Ungeachtet dessen findet der CSFB/Tremont Hedge Fund Index als Messlatte für die Leistungsmessung der jungen Branche bei Fachleuten die größte Beachtung. Auch wenn dieser Gesamtindex in den ersten sieben Monaten 2002 keine Steigerung verzeichnete, erwiesen sich Hedge Funds im Vergleich zu reinen Aktieninvestments als interessante Anlage-Alternative. Populäre Aktienindizes wie der MSCI Weltindex und der Dow Jones-Index wiesen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres nämlich Verluste von 17,2 % bzw. 12,8 % auf. Der DJ Euro Stoxx 50 verlor von Ende 2001 bis Ultimo Juli 2002 sogar 29,4 %.

Dass Hedge Funds ihren Anteilseignern im Durchschnitt das eingesetzte Kapital zumindest erhalten haben, wird von der Branche als Pluspunkt gewertet. Oliver Schupp, Präsident von CSFB Tremont Index LLC, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit einigen Hedge-Fund-Strategien exzellente Ergebnisse erzielt wurden. Dies galt vor allem für die 14 %ige Steigerung, die jene Hedge Funds in den ersten sieben Monaten dieses Jahres erzielten, die "Short"-Strategien verfolgten, also auf sinkende Aktienkurse gesetzt haben.

Als ähnlich effektiv erwies sich die Strategie "Managed Futures". Dabei setzen die Hedge Funds auf Futures und/oder Optionen an den Terminbörsen, spekulieren also auf Finanztitel und Rohstoffe. Die im Index enthaltenen Produkte erzielten so ein Plus von durchschnittlich 12,1 %.

Bei deutschen Anlegern hatten Banken in den vergangenen zwei Jahren die Erwartung geweckt, mit von ihnen ausgewählten Hedge Funds seien im Durchschnitt prozentuale Steigerungen von 12 bis 15 % p.a. zu erzielen. Die von ihnen aufgelegten Hedge-Funds-Zertifikate blieben hinter diesem Versprechen jedoch bislang meilenweit zurück. Eine Untersuchung der Deutschen Bank zeigt, dass mit Ausnahme des Comas II-Zertifikats der Commerzbank kein deutsches Hedge-Fund-Produkt seit seiner Lancierung ein positives Anlage-Ergebnis erwirtschaftet hat. Ein Grund für die enttäuschenden Ergebnisse sehen Kritiker nicht zuletzt in den hohen Kosten, die den Anlegern von den Banken berechnet werden.

Dennoch drängen immer mehr Finanzhäuser auf den deutschen Markt. So hat die britische Man Group - mit einem verwalteten Vermögen von 21 Mrd. $ weltweit größter Hedge-Fund-Anbieter - ein neues Garantieprodukt aufgelegt. Zudem kreierte Merrill Lynch neue Zertifikate auf einen von Ferro Capital gemanagten Hedge Fund.

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