Branchenkenner prognostizieren für 2002 eine Erholung: US-Airlines melden Rekordverluste

Branchenkenner prognostizieren für 2002 eine Erholung
US-Airlines melden Rekordverluste

Die US-Airlines haben im vergangenen Quartal Rekordverluste gemacht. Experten rechnen für den Drei-Monat-Zeitraum nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 mit Branchen-Verlusten in Höhe von insgesamt 3 bis 4,5 Mrd. $.

HB NEW YORK. American Airlines und Continental Airlines haben ihre Zahlen vorgelegt. AMR Corp., Muttergesellschaft der größten US-Fluggesellschaft American Airlines, wurde von den Anschlägen besonders stark getroffen.

AMR legte einen Verlust von 798 Mill. $ oder 5,17 $ je Aktie vor. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 47 Mill. $ Gewinn gemacht. Ohne Einmalkosten zu berücksichtigen, die durch die Stilllegung von Flugzeugen und Entlassungen entstanden sind, und unter Einbeziehung eines Teils der Regierungshilfen von 29 Mill.$ kommt AMR auf einen Verlust von 734 Mill.$ oder 4,75$ pro Aktie. Der Umsatz fiel von 4,9 Mrd.$ auf 3,8 Mrd.$. "Reisen, vor allem Geschäftsreisen, sind in dem Quartal deutlich zurückgegangen. Das, zusammen mit niedrigeren Durchschnittspreisen, hat zu einem Rekord-Quartalsverlust geführt" kommentierte Don Carty, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens mit Sitz im texanischen Dallas, die Ergebnisse.

Doch Carty versichert, die Fluggesellschaft habe "genügend liquide Mittel, um durch diese Krisenzeiten zu kommen". Er sehe Signale für eine Besserung. Bis zum Juni wir AMR die Flotte von Boeing 717, 100-Sitzer, weiter abbauen. Die Fluggesellschaft will weniger verschiedene Modelle nutzen, um Trainings- und Wartungskosten zu sparen.

Continental Airlines, die fünftgrößte US-Fluggesellschaft, hat einen Verlust von 149 Mill. $ oder 2,58 $ pro Aktie für das vergangene Quartal vorgelegt. Darin sind Regierungshilfen von 174 Mill. $ berücksichtigt. Ohne die Subventionen und Sonderposten lag der Verlust bei 220 Mill. $ oder 3,81 $ je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen mit Sitz im texanischen Houston einen Netto-Gewinn von 44 Mill. $ gemacht. Der Umsatz fiel im vergangenen Quartal um 28 % auf 1,74 Mrd. $. Für das gesamte Jahr 2001 kann Continental jedoch als eine von wenigen Fluggesellschaften noch ein Plus vorweisen.

Auch von den anderen Airlines werden miese Zahlen erwartet. Delta hat bereits vor einem Verlust von 500 Mill. $ gewarnt. Doch langfristig sind Beobachter optimistisch: Niedrige Ölpreise und stetig steigende Zahlen der Flugreisen machen Hoffnung. "Das vierte Quartal wird schrecklich sein, aber das wurde erwartet", sagt Airline-Analyst Ray Neidl von ABN Amro. "Die Leute gucken nun, wie sich die Industrie erholt". Auch Salomon Smith Barney-Analyst Brian Harris rechnet damit, dass sich die Fluggesellschaften in diesem Jahr erholen und prognostiziert für 2003 einen Gewinn von 2 Mrd.$ für die Industrie.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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