Branchenkenner sind skeptisch
Vivendi Universal auf Einkaufstour

Der französische Medienkonzern Vivendi Universal setzt seinen massiven Expansionskurs auf dem US-Markt fort.

afp PARIS/NEW YORK. Wenige Tage nach dem Erwerb von Teilen des US-Satelliten-Netzes Echo-Star gab der Konzern am Montag bekannt, dass er für rund 10,3 Milliarden Dollar (22,4 Milliarden Mark/11,4 Milliarden Euro) große Teile der TV-Kabelgruppe USA Networks übernimmt. Damit sichert sich das Unternehmen einen Vertriebskanal für seine Hollywood-Spielfilme zu 85 Millionen Kabel-TV-Haushalten in den USA.

Vivendi bündelt sein Film-Geschäft im Zuge der Übernahme in dem neuen Unternehmen Vivendi Universal Entertainment (VUE). Neben dem Hollywood-Studios von Universal sind darin künftig auch die TV-Kabelkanäle USA und Sci-Fi sowie die Serien- und Filmproduktionsgesellschaften von USA Networks enthalten. Über die Kabelkanäle will Vivendi Film-Erfolge wie "Jurassic Park III" und "Die Mumie kehrt zurück" verbreiten und damit dem Rivalen AOL Time Warner verstärkt Konkurrenz machen. Das Geschäft des neuen Unternehmens soll der 60-jährige USA-Network-Chef Barry Diller leiten.

Umsatz von 32 Milliarden Euro erwartet

Vivendi rechnet nach dem Ausbau des US-Geschäfts im kommenden Jahr im Medienbereich mit einem Umsatz von 32 Milliarden Euro. Für den Erwerb eines zehnprozentigen Anteils an Echo-Star war am Freitag ein Kaufpreis von 1,5 Milliarden Dollar angegeben worden. Die "strategische Allianz" mit EchoStar und die Gründung von Vivendi Universal Entertainment werde die Vivendi-Aktivitäten in den USA "kohärent" ausbauen, erklärte Messier. Der Aktienkurs von Vivendi Universal legte an der Pariser Börse am Mittag um etwa 3,5 Prozent auf 55,55 Euro zu. Die Übernahme von USA Networks wurde bereits von den Verwaltungsräten beider Firmen abgesegnet.

"Vivendi Universal wirft in den USA einen soliden Anker", titelte am Montag die Pariser Wirtschaftszeitung "La Tribune". Die Nummer zwei auf dem Weltmedienmarkt werde damit "zusehens amerikanischer". Vivendi-Chef Messier hatte im vergangenen Jahr in New York seinen zweiten Wohnsitz genommen. Der Firmenchef machte wiederholt deutlich, dass er es gerne sähe, wenn der Anteil des Aktienbesitzes an Vivendi in den USA von 20 auf 40 Prozent klettern würde. Im "Wall Street Journal" äußerten sich jedoch einige Branchenkenner skeptisch, ob die Zusammenarbeit zwischen Messier und Diller wirklich reibungslos funktionieren werde.

Die Übernahme von USA Network bedarf noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden. Bis zum kommenden Herbst sollen von VUE auf dem US-Markt auch fünf Spartenprogramme eingerichtet werden. Im vergangenen Jahr hatte Vivendi durch den Erwerb des Mischkonzerns Seagram auch die Kontrolle über den US-Filmproduzenten Universal Studios übernommen.

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