Branchenkenner vermuten hinter dem Verkaufsstopp ein Ablenkungsmanöver
Vermittlung zwischen Quam und Konkurrenten erfolglos

Der Verkaufsstopp des neuen Mobilfunkanbieters Quam könnte sich bis Anfang nächsten Jahres hinziehen. Das erst vor drei Wochen gestartete Unternehmen, eine Tochter der spanischen Telefónica, will keine Kunden mehr anwerben, solange die beiden Mobilfunkmarktführer T-Mobile und D2 Vodafone ihre "Behinderungsstrategie" gegenüber dem Neueinsteiger nicht aufgegeben haben, heißt es bei Quam in München.

sk/slo HB MADRID/DÜSSELDORF. Vodafone und T-Mobile haben ihre Technik noch nicht auf die Quam-Vorwahl eingestellt. Die Kunden der großen Konkurrenten müssen daher ein Call-Center anrufen, wenn sie einen Quam-Handybesitzer erreichen wollen. Vodafone und T-Mobile haben angekündigt, die Technik so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen, voraussichtlich Anfang 2002. "Wenn wir es schaffen, vielleicht auch früher", sagte eine D2-Sprecherin. Quam habe den entsprechenden Antrag einfach zu spät gestellt, erklären die beiden großen Mobilfunker.

Laut Quam versuchen T-Mobile und Vodafone dagegen, das neue Unternehmen vom lukrativen Weihnachtsgeschäft fern zu halten. Schließlich sei das technische Problem innerhalb von wenigen Tagen lösbar, heißt es bei Telefónica. Die Mobilfunker E-Plus und Viag Interkom hätten dies auch geschafft.

Der Neueinsteiger hat inzwischen Telekom-Regulierer Matthias Kurth eingeschaltet. Sein Vermittlungsversuch war aber erfolglos.

Branchenkenner vermuten hinter der Entscheidung von Quam, den Verkauf vorerst einzustellen, ein Manöver, um möglicherweise von dem insgesamt misslungenen Marktstart abzulenken. "Es ist zur Zeit für einen neuen Mobilfunkanbieter schwierig, sich von der Konkurrenz abzugrenzen", sagt Peter Wirtz, Analyst bei WestLB Panmure. "Der Marktstart von Quam war daher ein Schnellschuss." Das Konzept des Unternehmens sei einfach noch nicht überzeugend und die Zahl der Kunden daher voraussichtlich sehr niedrig, so Wirtz. Das Unternehmen brauche ohnehin angesichts des langsam gesättigten Marktes einen langen Atem.

Quam hat eine von sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland ersteigert. Das Unternehmen hat noch kein eigenes Netz. Es mietet Kapazitäten bei E-Plus, um bereits vor dem UMTS-Start Kunden zu gewinnen. Die Mobilcom AG hat ähnliche Pläne. Das Unternehmen will jedoch erst im Frühjahr damit beginnen, Kunden für eigene Dienste anzuwerben.

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