Branchenkreise
EZB prüft Sicherheitschip in Euro-Banknoten

Die Europäische Zentralbank (EZB) prüft nach Angaben aus Kreisen der Halbleiterbranche die Möglichkeit, Microchips als weiteres Sicherheitsmerkmal in Euro-Banknoten zu integrieren.

rtr FRANKFURT. Der niederländische Elektronikkonzern Philips bereite eine Studie über die Machbarkeit eines solchen Projektes vor, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend aus den Kreisen. Ein so genannter RFID-Chip (Radio Frequency Identification), wie er auch vom Halbleiter-Hersteller Infineon entwickelt wird, könne wie ein Etikett unverwechselbare Daten speichern und so die Euro-Banknoten fälschungssicher machen. "Es wäre das größte Nutzungsgebiet für die Technologie von kontaktloser Datenübertragung überhaupt", hieß es in den Kreisen. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

Sprecher der Konzerne Philips und Infineon sagten, es habe Grundlagenuntersuchungen gegeben, wie RFID-Chips in Banknoten und anderen sicherheitsrelevanten Dokumenten wie Pässe und Eintrittskarten verwandt werden könnten. Über die Ergebnisse der Studie sei aber Stillschweigen vereinbart worden.

Wie es in den Branchenkreisen weiter hieß, könnte ein solches Projekt für die Chiphersteller sehr profitabel sein, weil die EZB einen Großteil der nötigen Investitionen übernehmen könnte. Es gebe bereits RFID-Chips auf dem Markt, die Daten über eine miniaturisierte Antenne übertragen könnten. Für die Nutzung in Banknoten müssten die Halbleiter aber noch kleiner, biegsam und fast unsichtbar gemacht werden. "Das ist eine Technologie, die heute noch nicht da ist, die aber erreicht werden kann," hieß es in den Kreisen. Über die Produkrtionskosten der Chips herrscht noch Unklarheit.

Im Zuge der Einführung des Euro-Bargelds ab dem ersten Januar in zwölf europäischen Ländern hat die EZB 14,5 Mrd. Banknoten herstellen lassen. Die neuen Euro-Scheine sind mit einem Wasserzeichen, Sicherheitsfäden, Hologrammen und anderen Instrumenten vor Fälschungen gesichert.

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